Nürnberg - Ist Prostitution immer mit Gewalt und Zwang verbunden? Oder eine Form von selbst bestimmter Arbeit? Ein Nürnberger Freier spricht offen über seine Bordellbesuche. Ein moralisches Dilemma sieht er nicht im Sexkauf.

Carl, ein Mann aus Nürnberg, Mitte fünfzig, ist inzwischen Privatier. Mit anderen Worten: Er hat Zeit und Geld – und beides trägt er gerne und regelmäßig ins Bordell. Prostitution sei keine Dienstleistung wie jede andere, räumt Carl ein. Aber dass die Prostitution auch eine Welt voller Zwang und Gewalt ist, hält Carl nicht davon ab, ein Freier zu sein.

Ein moralisches Dilemma sieht er jedenfalls nicht im Sexkauf. Denn: Er behandle die Sexarbeiterinnen gut, sagt er, er achte auf Hygiene, bringe kleine Geschenke wie Blumen mit und versuche, mit den Frauen ins Gespräch zu kommen. „Ich bin kein misogynes, sexgeiles Monster“, betont er.

In einer neuen Folge unseres intimen Podcasts „heiß & innig“ erzählt Carl von seinen Bordellbesuchen, er spricht über die Frauen, die er dort kennenlernt, und auch darüber, warum er schon einmal eine Anzeige erstattet hat.

Carl berichtet offen, wie er nach dem Scheitern seiner Ehe, einer langen Alkoholabhängigkeit und dem sozialen Absturz über bezahlte Nähe zurück zu einem Gefühl von Würde und Körperlichkeit fand. Für ihn ist der Bordellbesuch kein schneller Konsum, sondern ein Ort für Gespräche, manchmal auch Trost. Er sucht Vertrautheit – und zahlt dafür.

Doch entlastet das sein Handeln? Oder stabilisiert sein Geld ein System, das von Ausbeutung lebt? heiß & innig begleitet Carl, hört zu, hakt nach und stellt die notwendige Frage, ob es im Rotlichtmilieu überhaupt saubere Hände geben kann - so sehr sich Carl denn auch bemüht.

Das komplette Gespräch sowie alle weiteren Folgen unseres Podcasts „heiß & innig“ hören Sie auf allen gängigen Playern wie Spotify oder unter nordbayern.de/podcasts bzw. nn.de/podcasts. Die aktuelle Folge hängt zudem in diesem Text.