
Christina Hammock Koch schrieb zuletzt Geschichte: Sie flog im Rahmen der Artemis-2-Mission als erste Frau zum Mond und war damit auf der Mission an Bord, die sich am bisher weitesten von der Erde entfernt hat. Grund dafür ist womöglich auch ihre Erfahrung im All. Denn keine Frau war bisher länger im Weltraum als Koch: Insgesamt 328 Tage zwischen 2019 und 2020. Und genau dieser Aufenthalt sorgt heute - sechs Jahre später - für Schlagzeilen und eine Diskussion über die Rolle der Frau und die Aufgabenverteilung innerhalb von heterosexuellen Beziehungen, die im Netz heiß diskutiert wird.
Die Artemis-2-Crew ist am 11. April nach neun Tagen wohlbehalten auf die Erde zurückgekehrt. Wie unter anderem die österreichische Kronen Zeitung berichtet, steht dabei ein Interview im Fokus, das Koch vor dem Mondflug im Rahmen einer Pressekonferenz gegeben hat. Damals wurden sie und die anderen Artemis-2- Crewmitglieder gefragt, wie sie ihre Familien auf ihre Mission vorbereiten. Koch antwortete darauf scherzhaft: „Ich muss ihm klarmachen, dass wir nicht wie bei der Internationalen Raumstation telefonieren können. Er wird mich nicht einfach so anrufen und fragen können, wo eine bestimmte Sache im Haus liegt.“
Sie bezog sich dabei auf ein Interview, dass sie 2020 nach ihrer Rückkehr von der Raumstation ISS mit einem Radiosender in den USA führte. Damals berichtete sie, dass ihr Mann während der monatelangen Mission mehrfach auf der ISS anrief, weil er im gemeinsamen Zuhause Sachen, wie zum Beispiel Druckerpapier, nicht finden konnte. Damals scherzte sie, dass sie die gleiche Situation mit ihren männlichen Astronauten-Kollegen auch erlebe und oft gefragt werde, wo Dinge liegen.
Von Fremdscham bis Solidarität mit Kochs Mann - Tausende Kommentare im Netz
Das medial aufgewärmte Interview macht derzeit in den Sozialen Medien die Runde - viele Influencer reagieren, manche mehr, manche weniger ernst, auf die Schlagzeilen. Der Komiker Jan Örtel spricht beispielsweise in einem Video auf TikTok über den Artikel der Kronen Zeitung und sagt: „An ihrer Stelle würde ich mich von dem Versager trennen.“
Auch unter dem Instagram-Post der Kronen Zeitung zum Artikel wird hitzig kommentiert. Manch eine Frau stimmt Örtel zu. Eine Userin kommentiert: „Ernsthaft? Wie peinlich ist das denn. Seine Frau schreibt Geschichte und er ruft sie an, weil er was nicht finden konnte?“
Viele Männer berichten von Fremdscham für manch ein Exemplar ihres eigenen Geschlechts. Einige männliche Nutzer finden das Verhalten von Kochs Mann aber auch normal. So kommentiert ein Nutzer: „Wenns möglich ist, warum nicht. Ist genauso ihr Job, meine Freundin ruft mich auch in der Arbeit an, wenn sie was nicht findet… Ist doch okay und außerdem deren Sache.“
Viele Frauen reagieren mit Sarkasmus und Enttäuschung auf die Geschichte selbst sowie auf einige Kommentare von Männern. Viele von ihnen zeigen sich zudem wenig überrascht und berichten von ähnlichen Erfahrungen. So schreibt eine Nutzerin: „Ein Ex hat mich 6 Monate nach meinem Auszug angerufen, weil er etwas nicht finden konnte.“
