
Was haben die Duelle zwischen dem FC Bayern München gegen Real Madrid und zwischen Arminia Bielefeld und dem 1. FC Nürnberg gemeinsam? Na klar, die Spieler.
Denn die Akteure, die am Samstag auf dem Rasen der Schüco Arena auflaufen werden, waren zum Teil auch am Mittwoch beim Champions-League-Kracher vor Ort – als Zuschauer, versteht sich. „Ein paar Spieler haben es im Stadion, alle anderen im Fernsehen gesehen“, berichtete Miroslav Klose auf der Pressekonferenz und führte fort: „Wir haben das Spiel mit der Mannschaft thematisiert, viel diskutiert, auch darüber gesprochen welche Eindrücke sie mitgenommen haben und auch über einzelne Spieler geredet.“ Freilich handele es sich um „allerhöchstes Niveau“, dennoch könne auch der Club ein paar Lehren aus dem Giganten-Duell ziehen: „Wir haben viele Spieler, die dahin streben. Sie haben gesehen, wie hoch die Messlatte ist.“
Wenngleich also manche Akteure von europäischen Elite träumen, führt die Realität erstmal nach Ostwestfalen in den Abstiegskampf, in dem sich zumindest der Nürnberger Gegner ganz akut befindet. Die Arminia steht zwar auf dem 13. Tabellenplatz, hat aber nur einen Punkt Vorsprung vor dem Vorletzten. Zu unterschätzen ist das Team von Cheftrainer Mitch Kniat allerdings nicht – auch weil das Stadion, man denke an die magischen Pokalabende in der Vorsaison – seine eigene Wirkkraft entfalten kann.
Zudem machen die Arminen genau das, was der Club nicht mag: Erst nach dem Dresden-Spiel hatte Julian Justvan beklagt, dass man immer Probleme bekomme, wenn Gegner hoch und gut pressen. Tatsächlich setzt Bielefeld auf ein klar mannorientiertes und aggressives Pressing, stellt die Gegner eins zu eins zu und sorgt für konstanten Druck.
Um dieses Pressing zu brechen, „müssen viele Spieler in Bewegung sein“. Außerdem fordert Klose: „Jeder Pass muss eine Botschaft haben, jede Positionierung muss gut sein, weil man wenig Zeit bekommt.“ Ähnlich wie beim Champions-League-Spiel am Mittwochabend müsse man schnell im Kopf sein. Außerdem brauche es auch die nötige Ruhe am Ball und den Mut, „nicht immer die Lösung beim Mitspieler zu suchen“, sondern auch selbst das Eins-gegen-Eins zu wagen, um den Gegner zu überspielen.
