Ankara - Die Türkei ist ein beliebtes Urlaubsland. Neben bestem Wetter, spannender Kultur und schönem Wetter bietet das Land vor allem eins: vergleichsweise preiswerten Urlaub. Doch damit könnte nun Schluss sein.

Die Türkei, eines der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen, steckt in einer tiefen wirtschaftlichen Krise. Zahlen der OECD zufolge lag die jährliche Lebensmittelinflation im vergangenen Dezember bei 28,3 Prozent. Ende Januar fiel die Lira laut Daten der Europäischen Zentralbank im Vergleich zum vergangenen Jahr auf ein Rekordtief. Stand Mitte März bekommt man nun für einen Euro rund 50 Lira.

Für die Menschen in der Türkei hat die Entwertung ihrer Währung eine teils massive Preissteigerung zur Folge. Reisende hingegen profitierten lange Zeit von der schwachen Lira, aber auch das könnte nun vorbei sein.

Doch zunächst ein Blick zurück: Zahlen des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2023 zeigen, dass Urlaub in der Türkei im Vergleich zu Urlaub in anderen europäischen Ländern besonders billig war. Im Vergleich zu einem Urlaub in Deutschland kamen Türkei-Reisende 56 Prozent preiswerter weg. Hotelaufenthalte und Restaurantbesuche waren dort deutlich billiger als anderswo.

Preissteigerung in beliebtem Urlaubsland: Türkei verliert Top-Platzierung in Sachen Schnäppchen-Reise

Doch schon die Auswertung für 2025 zeigte: Der Preisunterschied schmilzt dahin. Im vergangenen Jahr war der Urlaub in der Türkei nur noch 31 Prozent preiswerter als in Deutschland. In Tschechien, Portugal, Montenegro, Bulgarien, Nordmazedonien und Albanien ließ es sich zu diesem Zeitpunkt schon günstiger Urlaub machen. Eigentlich steht diese Entwicklung im Gegensatz zur schwächelnden Lira. Dennoch gibt es eine Erklärung dafür, warum eine Reise in die Türkei gerade teurer wird.

Durch die hohe Inflation verteuern sich die Kosten für Dienstleistungen vor Ort, etwa für Hotelübernachtungen oder Restaurantbesuche. Die Tagesschau berichtete im Juli vergangenen Jahres von einer Preissteigerung in türkischen Hotels und Restaurants von rund 36 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Das ergebe sich aus Zahlen des türkischen Statistikamtes. Ebenso stieg der Mindestlohn in der Türkei. Auch das schlägt sich wiederum in Preissteigerungen nieder.

Um die Unsicherheiten der Lira zu umgehen, verhandeln zudem immer mehr Reiseveranstalter ihre Preise vor Ort in Euro. Das lässt allerdings Sparpotentiale für die Touristen und Touristinnen auf der Strecke. Gerade für Menschen, die eine Pauschalreise buchen wollen, kann es deshalb vergleichsweise teuer werden.

Aber auch weiterhin ist laut dem Portal reisereporter auch in der Türkei ein Schnäppchen-Urlaub möglich. Während Pauschal-Angebote direkt am Meer eher teurer geworden sind, lässt sich in abgelegeneren Gebieten demnach weiterhin sparen. Wer zudem individuel plant und direkt vor Ort bucht, kann weiterhin von der schwachen Lira profitieren.