Nürnberg/Fürth - Noch während einer laufenden Streikrunde hat Verdi die nächsten Ausstände angekündigt. Am Dienstag wird der ÖPNV in Nürnberg und anderen Städten in Franken erneut ruhen. Wie Pendler dennoch an ihr Ziel kommen können.

Es ist schwer den Überblick zu behalten, die wievielte Streikrunde im aktuellen Tarifkonflikt im ÖPNV die Gewerkschaft Verdi angekündigt hat. Wichtig für Pendler und Pendlerinnen zu wissen: Am Dienstag, 14. April, wird der Öffentliche Nahverkehr in vielen bayerischen Städten still stehen. Betroffen sind nach derzeitigen Informationen die Städte München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Fürth, Bayreuth, Dachau, Passau, Landshut und Schweinfurt.

Nur wenige Stunden nach der Verdi-Ankündigung am Samstag meldete sich die VAG mit Informationen zu einem Notfallfahrplan zu Wort. Demnach werden in Nürnberg am Dienstag von Betriebsbeginn um 5 Uhr in der Früh bis nachts um 1 Uhr keine Trams und keine U-Bahnen fahren. Wie bei den zurückliegenden Streiktagen wird auch dieses Mal wieder ein Notfallangebot mit Bussen auf Basis des NightLiner-Netzes angeboten.

Folgende Verbindungen verkehren laut Auskunft der VAG:

  • NightLiner-Linien N1 - N15 und N61 jeweils stündlich
  • NightLiner-Linien N1, N7, N9 und N15: bis circa 21 Uhr zusätzliche Verstärkerfahrten, sodass ein 30-Minuten-Takt besteht. Die NightLiner-Linie N12 fährt bis circa 21 Uhr im 20-Minuten-Takt.
  • Buslinien 82 und 83: nach Regelfahrplan

Auch das Servicetelefon der VAG und des VGN sowie das Kunden-Center am Nürnberger Hauptbahnhof sind am Dienstag nicht besetzt.

Nicht betroffen von den Auswirkungen sind die Züge der Deutschen Bahn. Die S-Bahnen über den Nürnberger Hauptbahnhof verkehren dementsprechend im Normalbetrieb.

Erst am vergangenen Mittwoch kam es aufgrund eines Streiks in Nürnberg zum Beinahe-Stillstand im ÖPNV. Die Auswirkungen am Dienstag fallen auf nun genau den Tag, an dem die Deutsche Fußball Nationalmannschaft der Frauen im Nürnberger Max-Morlock-Stadion auf das Team aus Österreich treffen wird. Das Spiel findet im Rahmen der Qualifikation für die WM 2027 statt. Die Partie beginnt um 18.15 Uhr. Immerhin: Mit der S-Bahn bleibt das Stadion trotz Streik erreichbar.

ÖPNV-Streik am Dienstag: Mehrere Städte in Franken sind betroffen

Auch in Fürth sind die Auswirkungen auf den ÖPNV beträchtlich. Vornehmlich in Zusammenarbeit mit privaten Verkehrsunternehmen sollen Busse in einem Notbetrieb voraussichtlich im 60-Minuten-Takt auf einem eingeschränkten Streckennetz verkehren. Die Linien E71, E72, E73, E75, E77 (30-Minuten-Takt), E78, E79 und E33 verbinden, so teilt es die Infra Fürth online mit, jeweils tagsüber bis etwa 23 Uhr unter anderem die Stadtteile Burgfarrnbach, Hardhöhe, Vach, Atzenhof, Oberfürberg und Großgründlach sowie den Flughafen Nürnberg mit der Fürther Innenstadt.

Aufgrund der Sperrung des Obstmarktes und damit des Busbahnhof Rathaus können die Haltestellen Rathaus, Maxbrücke und Grüner Markt nicht bedient werden. Für die Haltestelle Rathaus seien Ersatzhaltestellen eingerichtet. Zudem entfallen auf der Linie E78 aufgrund der dortigen Straßensperrungen außerdem die Haltestellen Flößaustraße, Saarburger Straße, Vestner Weg und Erlöserkirche. Von den Einschränkungen ist auch der Schulverkehr betroffen sein, so die Infra weiter. Soweit es personell möglich, wird die Infra mit einzelnen Verstärkerfahrten punktuell unterstützen.

Die Ersatzfahrpläne können online eingesehen werden. Auf den elektronischen Anzeigern an den Haltestellen könnten die geänderten Fahrzeiten nicht angezeigt werden. Auch würden keine Sonderfahrpläne aushängen, informiert die infra. Ab Mittwoch, 15. April, sei wieder mit einem planmäßigen Busverkehr zu rechnen.

Ebenso betroffen ist Fürth von dem Ausfall der kompletten Linie U1, die im Zuständigkeitsbereich der VAG liegt.

Auch in Bayreuth kommt, wie bei den vergangenen Streik-Runden bereits etabliert, ein Notfallfahrplan für das Busnetz zum Einsatz, der sich online einsehen lässt. Laut den Stadtwerken fahren nur Busse der Partnerunternehmen, mit denen zumindest ein Grundangebot aufrecht erhalten werden könne. Auf den angebotenen Fahrten könne es aber zu Verzögerungen und hoher Auslastung kommen. Die Regionalbusse fahren hingegen planmäßig und ohne Einschränkung.