Nürnberg - Pilotinnen und Piloten sind für Montag und Dienstag zu einem Streik aufgerufen. Erneut werden Flugzeuge also am Boden bleiben. Auch den Airport Nürnberg trifft das.

Erneut bleiben an deutschen Flughäfen am Montag und Dienstag Maschinen am Boden: Die Pilotinnen und Piloten der deutschen Lufthansa-Gruppe sind an diesem Montag und Dienstag zu Streiks aufgerufen. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, ist der Ausstand von Montag 00.01 Uhr bis Dienstag 23.59 Uhr vorgesehen, wie die Vereinigung Cockpit (VC) am Samstag mitteilte.

Anders als am vergangenen Freitag bei dem Streik des Kabinenpersonals ist diesmal nicht ausschließlich die Muttergesellschaft und die Lufthansa Cityline betroffen, sondern auch die Lufthansa-Tochter Eurowings mit Flügen von Eurowings Deutschland. Bei Eurowings wird allerdings nur am Montag gestreikt. Betroffen sind laut dpa alle Flüge, die von deutschen Flughäfen starten - demnach dürfte der Streik auch Auswirkungen am Nürnberger Flughafen haben.

Eurowings-Flüge ab Flughafen Nürnberg entfallen am Montag voraussichtlich

Die Lufthansa-Zugbringerflüge zum Drehkreuz der Airline in Frankfurt am Montag und Dienstag entfallen, wie online auf der Website des Albrecht Dürer Airport Nürnberg zu lesen ist. Dort prangt über den entsprechenden Flugverbindungen bereits am Sonntagmorgen das Wort annulliert

Auch die geplanten Eurowings-Flüge nach Mallorca und Hurghada (Ägypten) ab Nürnberg am Montag entfallen.

Konkret betroffen sind wohl die Eurowings-Flüge nach Mallorca am Montag um 4 Uhr morgens und um 10.25 Uhr sowie der Eurowings-Flug nach Hurghada am Montag um 16.45 Uhr.

„Aufgrund eines Streiks entfallen am Montag acht und am Dienstag sechs Flugverbindungen der Lufthansa“, erklärt dazu am Sonntag auch ein Sprecher des Nürnberger Flughafens auf Nachfrage. Lediglich der Umlauf (Hin- und Rückflug) LH146/147 würde nach aktuellem Stand an beiden Tagen stattfinden. Reisende sollten vor Anreise den Flugstatus auf der Website des Airports prüfen, heißt es weiter.

VC-Präsident Andreas Pinheiro sagte der dpa zufolge, die Gewerkschaft sehe sich zu diesem Streik gezwungen, weil die Arbeitgeberseite in mehreren Tarifkonflikten keinen erkennbaren Willen zu einer Lösung gezeigt habe. „Trotz eines bewussten Verzichts auf Streikmaßnahmen über die Osterfeiertage blieben ernstzunehmende Angebote aus. In dieser Zeit gab es weder eine Reaktion noch erkennbare Gesprächsbereitschaft seitens der Arbeitgeber.“

Nach VC-Angaben liegt weder bei Lufthansa und Lufthansa Cargo ein Angebot zur betrieblichen Altersversorgung vor, noch gibt es bei Lufthansa Cityline ein tragfähiges Angebot für einen neuen Vergütungstarifvertrag. Bei Eurowings sei das vorgelegte Angebot zur betrieblichen Altersversorgung inakzeptabel und bewege sich „auf einem derart niedrigen Niveau, dass es diesen Namen kaum verdient“.

So reagiert die Lufthansa auf den Streikaufruf

Die Lufthansa reagierte mit Unverständnis auf den Streikaufruf. „Die heutige Streikankündigung der Spartengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) stellt eine völlig neue Stufe der Eskalation dar“, sagte ein Unternehmenssprecher der dpa zufolge. Ihre Kernforderung nach Verdopplung einer ohnehin schon überdurchschnittlichen und exzellenten betrieblichen Altersvorsorge sei absurd und unerfüllbar.

VC betonte, man sei weiterhin gesprächsbereit. „Die Arbeitgeberseite hat jederzeit die Möglichkeit, den Streik abzuwenden, indem sie verhandlungsfähige Angebote vorlegt“, erklärte Pinheiro. „Ein Streik ist immer das letzte Mittel, um Bewegung in gescheiterte Verhandlungen zu bringen. Wir hätten sehr gerne darauf verzichtet – insbesondere vor dem Hintergrund der Belastungen für unsere Passagiere sowie für die Kolleginnen und Kollegen am Boden. Die Verantwortung hierfür liegt jedoch bei der Arbeitgeberseite“, so Pinheiro.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation im Nahen Osten sind Flüge von Lufthansa und Lufthansa Cityline aus Deutschland zu folgenden Destinationen vom Streik nach Konzernangaben ausgenommen: Aserbaidschan, Ägypten, Bahrain, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate.

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