
Mehr als 200 Anhänger von Dynamo Dresden und dem 1. FC Nürnberg haben sich vor dem als Hochrisikospiel eingestuften Duell der beiden Fußball-Zweitligisten am Samstag (11. April) zu einer Schlägerei verabredet. Als die Polizei in der Nacht an einem Gewerbegebiet in der Nähe von Eisfeld im Süden Thüringens rund 130 Kilometer von Nürnberg eintraf, habe die Auseinandersetzung schon angefangen, hieß es von den Beamten. Die rivalisierenden Lager seien getrennt worden.
Insgesamt seien 220 Beamte aus Sachsen, Thüringen und der Bundespolizei im Einsatz gewesen. Es wurden von 214 Beteiligten Personalien aufgenommen. Die Staatsanwaltschaft Dresden leitete Ermittlungsverfahren gegen sie ein.
Während des eigentlichen Spiels am Samstagnachmittag meldete das Polizeipräsidium Mittelfranken trotz der angespannten Ausgangslage keine größeren Störungen. Das bewährte Konzept der strikten Fantrennung habe im und um das ausverkaufte Stadion weitgehend gegriffen. Neben Kräften der mittelfränkischen Polizei waren auch mehrere Einheiten der Bayerischen Bereitschaftspolizei im Einsatz.
Bereits vor der Partie zündeten Anhänger der SG Dynamo Dresden auf der Anfahrt in der Münchener Straße aus einem Kleinbus heraus pyrotechnische Gegenstände und führten Schutzbewaffnung, darunter Zahnschutz, mit sich. Sie wurden entsprechend angezeigt. Durch die strenge Einlasskontrolle kam es während des Spiels laut Angaben der Polizei zu keinen weiteren Störungen wie dem Abbrennen von Pyrotechnik. Lediglich beim Verlassen des Stadions kam es zu einer Körperverletzung zwischen zwei rivalisierenden Fans, die nun polizeilich untersucht wird.
Erst am vergangenen Wochenende hatte es bei einem Spiel von Dresden gegen Hertha BSC im Rudolf-Harbig-Stadion Ausschreitungen gegeben. Anhänger beider Teams kletterten über Zäune. Dresdner Anhänger rannten vermummt entlang des Spielfeldes zum Hertha-Fanblock und Pyrotechnik wurde gezielt aufeinander abgeschossen.
Anmerkungen aus der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 11. April um 19.10 Uhr mit neuen Informationen der Polizei aktualisiert.
