
Die Anteilnahme am Schicksal des vor der Insel Poel in der Ostsee gestrandeten Wals „Timmy“ nimmt kein Ende. Zuletzt hieß es von Expertenseite, dem Tier könne wohl nicht mehr geholfen werden und er werde wohl an seiner aktuellen Liegeposition versterben. Der bayerische Unternehmer und Media-Markt-Gründer Walter Gunz möchte das nicht so stehen lassen und kündigte nun an, sich für die Rettung des Wals einzusetzen. Zuerst hatte die Bild berichtet.
Am Dienstag hatte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) auf Grundlage eines wissenschaftlichen Gutachtens erneut entschieden, den Wal in Ruhe sterben zu lassen - so berichtet es die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Aufgrund des niedrigen Wasserstandes und der sinkenden Kraft sei es dem Tier nicht möglich, sich selbst freizuschwimmen, aber auch weitere Rettungsversuche sollten nicht mehr unternommen werden. Diskutiert wurde beispielsweise das Anheben mit Gurten oder Seilen innerhalb eines Wasserbassins, um dem Tier wieder Auftrieb zu geben.
Ohne die Schwerelosigkeit im Wasser drückt das Gewicht des Tieres immer weiter auf die Organe, was wiederum zu Organversagen und einem Kreislaufkollaps führen könne, so die Experteneinschätzung. Beim Versuch das Tier mit Seilen oder Gurten anzuheben, bestehe aber die Gefahr, die ohnehin schon stark geschädigte Haut abzuziehen. Derweil liegt der Wal den Experten zufolge eindeutig im Sterben. Er reagiere kaum mehr auf herannahende Boote.
Media-Markt-Gründer Walter Gunz möchte diese Entscheidung unterdessen nicht einfach so stehen lassen. Der 79-jährige Multi-Millionär aus München schaltet sich nun in die Debatte rund um „Timmy“ ein und erklärt, er wolle eine Rettungsmission finanzieren. Im Interview mit der Nachrichtenagentur News5 sagt er, der Mensch habe eine Verantwortung dem Tier gegenüber und sollte sich behilflich zeigen. In den vergangenen Tagen habe er mit dem Tier mitgelitten. Natürlich wolle er den Wal nicht quälen, aber er habe den Eindruck, mit dem aktuellen Vorgehen sei schlicht der leichteste Weg gewählt worden. Er findet, es sei nicht genug getan worden.
Nun wolle er dem Tier noch ein Chance geben, betont aber auch, er könne sich irren. „Ich bin kein Biologe. Ich bin auch kein Tierarzt. Ich habe Fernseher verkauft“, sagt er im Interview mit News5.
Geht es nach Gunz, solle versucht werden, das Wasser um das Tier herum zu erhöhen und die Rückstände eines Netzes, das sich im Maul des Wals verfangen hat, zu entfernen. Er spricht davon, eine Wasserrinne baggern zu lassen. Der Wal müsste dann selbstständig schwimmen. Er würde Menschen finden für eine solche Rettungsmission, Vorbereitungen liefen bereits und er selbst würde die Kosten tragen.
Derzeit scheitert Gunz aber an den rechtlichen Voraussetzungen. Nach eigenen Angaben wurde eine Genehmigung für seine Rettungsmission vom Umweltministerium bisher abgelehnt. Klein beigeben will der Unternehmer erst einmal aber nicht: „Ich bin nicht der Typ, der aufgibt“, so der 79-Jährige.
Am Samstagvormittag berichtet die Bild, auch eine Klage vor dem Verwaltungsgericht Schwerin wurde abgewiesen. Gunz möchte nun direkte Gespräche mit Umweltminister Backhaus aufnehmen. Gleichzeitig sei ihm klar, so der Millionär, die Zeit laufe davon.
Dieser Artikel wurde am 11. April um 12.05 Uhr aktualisiert.
