
Die Rettungsversuche für den vor Wismar erneut gestrandeten Buckelwal werden eingestellt. Das Tier solle an seinem jetzigen Liegeplatz in Ruhe gelassen werden, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD), der von einem sehr emotionalen Tag sprach.
Der Buckelwal steckt derzeit erneut in der Bucht von Kirchdorf vor der Ostseeinsel Poel fest. Das bestätigte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Backhaus auf einer Pressekonferenz. Nach Angaben von Greenpeace-Experten schwamm das Tier gegen Mittag in die Bucht hinein. Einsatzkräfte in Schlauchbooten hatten zuvor versucht, den Wal aus dem flachen Bereich fernzuhalten, so der NDR. Sie konnten jedoch lediglich verhindern, dass er noch weiter in den Kirchsee vordringt.
Der Buckelwal hatte sich am Montagabend nach Angaben des Umweltministeriums in Mecklenburg-Vorpommern bewegt. „Die Ruhe, die wir dem Wal gegeben haben, hat sich ausgezahlt. Er hat genug Kraft getankt, um auf die Motivation durch unser Boot zu reagieren und loszuschwimmen“, sagte der Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus (SPD). Leider habe der Wal zunächst die falsche Richtung – Richtung Hafen – eingeschlagen. Nach Angaben der Wasserschutzpolizei war das Tier später am Abend dann aber seewärts unterwegs. Zwischenzeitlich war der Wal dann abgetaucht, am Morgen konnten ihn dann Boote erneut lokalisieren.
Weg des Wals noch weit
„Der Wal kämpft - aber er ist angeschlagen“, so Backhaus. Jetzt müsse er sich selber helfen. Der wissenschaftliche Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Burkard Baschek, sagte: „Wir haben uns mit internationalen Experten ausgetauscht, die uns geraten haben, den Wal mit Lärm zu aktivieren. Dafür haben wir die richtige Situation abgewartet.“ Sandra Schöttner von der Umweltorganisation Greenpeace bezeichnete die Aktion als „guten ersten Schritt auf dem Weg“, auch wenn der Weg des Wals noch weit sei.
Wal wirkte agiler als zuvor
Der Buckelwal lag seit mindestens Samstag in der Bucht vor Wismar in flachem Wasser und wurde von Schaulustigen abgeschirmt.
Am Montagnachmittag hatten Wissenschaftler, Umweltschützer und Umweltminister Backhaus bereits versucht, Kontakt zu dem Tier aufzunehmen. Der Wal habe auf die Annäherung des Boots reagiert, sagte ein Ministeriumssprecher der Deutschen Presse-Agentur. Auch habe das Tier agiler als zuvor gewirkt.
Nach der Aktion am Nachmittag hatte unter anderem das Ministerium mitgeteilt: „Da wir in den nächsten Stunden mit weiter steigendem Wasserstand rechnen können, verbessert sich die Möglichkeit für den Wal, aus eigenem Antrieb seine Liegeposition zu verlassen.“
Seit Anfang März an Ostseeküste
Der Buckelwal war zunächst in der Nacht zum 23. März auf einer Sandbank in Schleswig-Holstein vor Timmendorfer Strand gestrandet. In der Nacht zum Freitag gelang es dem Tier, das flache Wasser zu verlassen, nachdem Helfer eine Rinne ausgehoben hatten. Am Samstag wurde er dann vor Wismar in flachem Wasser gesichtet.
Nach Angaben des Umweltministeriums war der Wal seit dem 3. März im küstennahen Bereich der Ostsee unterwegs. Laut der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd hatte sich das Tier in einem Stellnetz verfangen.