
Eigentlich begann alles vielversprechend: Can Uzun erwischte einen furiosen Saisonstart, traf an den ersten fünf Bundesliga-Spieltagen und sammelte in diesem Zeitraum zusätzlich drei Scorerpunkte. Damit lag er in der Scorer-Tabelle sogar vor den Bayern-Stars Luis Díaz und Michael Olise. Danach wurde es jedoch ruhiger um den 20-Jährigen – einerseits, weil ihn immer wieder Blessuren ausbremsten, andererseits, weil der neue Eintracht-Trainer nicht auf ihn setzt. Am vorletzten Spieltag wurde der zuvor verletzte Zehner zumindest noch in der Schlussphase des Auswärtsspiels in Mainz eingewechselt, beim Heimspiel gegen Köln am Osterwochenende schmorte Uzun dann über die gesamte Spielzeit auf der Bank.
Im Anschluss sprach Trainer Albert Riera die Personalie ungefragt an. „Es gibt Spieler, die heute nicht gespielt haben“, leitete der Spanier sein Statement ein und sprach danach – wie so oft – von sich selbst in der dritten Person: „Du kannst mit dem Ball so gut sein, wie du willst. Wenn du es aber nicht ohne Ball bist, wirst du bei Albert nicht spielen.“
Beim Club dürfte diese deutliche Kritik kaum überraschen: Schon zu Nürnberger Zeiten hatte Coach Cristian Fiél das defensive Engagement seines damaligen Schützlings bemängelt. In Frankfurt hatte Albert Riera bereits vor Wochen Uzuns Arbeit gegen den Ball kritisiert und laut Bild berichtet: „Ich habe zu Can gesagt: ‚Du und Younes (Ebnoutalib, Anm. d. Red.) seht aus, als wärt ihr von einem anderen Team‘ – weil sie immer noch nicht verstehen, wie wir spielen.“
Der öffentliche Rüffel soll den Edeltechniker Uzun nach Bild-Informationen schwer getroffen haben, sodass er nun sogar mit einem Abschied aus Frankfurt liebäugelt. Eine Entscheidung soll bis zum Saisonende fallen. Als ernsthafter Interessent gilt der AC Mailand. Die Eintracht hofft bei einem möglichen Wechsel im Sommer auf eine Ablöse von 40 bis 45 Millionen Euro – auch, weil der Vertrag noch bis 2029 läuft.
An dieser Stelle kommt der 1. FC Nürnberg ins Spiel, der sich beim Uzun-Transfer nach Frankfurt im Sommer 2024 eine satte Weiterverkaufsbeteiligung von kolportierten zehn Prozent gesichert haben soll. Demnach könnte ein möglicher Transfer bis zu 4,5 Millionen Euro in die Kassen des Zweitligisten spülen – vorausgesetzt, ein internationaler Top-Klub zahlt tatsächlich die erhoffte Ablösesumme.
