Nürnberg - Wieder einmal trifft der Warnstreik Nürnberg: Am Mittwoch, 8 April, stehen U-Bahn und Tram einen Tag lang still. Die VAG setzt auf einen Notfahrplan. So soll auch das Frühlingsfest für Gäste erreichbar bleiben.

Nürnberg steht erneut vor massiven Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr: Die Gewerkschaft Verdi hat im laufenden Tarifkonflikt zu weiteren Warnstreiks aufgerufen. Besonders betroffen ist dabei der Mittwoch, 8. April 2026, an dem Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen in der Stadt größtenteils stillstehen werden. Nach Angaben der Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg (VAG) wird der Fahrbetrieb an diesem Tag ganztägig bestreikt, von etwa 5 Uhr morgens bis zum Betriebsende in der Nacht zum Donnerstag um 1 Uhr nachts.

Somit wird zum wiederholten Mal seit Anfang Februar gestreikt. Los ging es in Augsburg, nun folgen unter anderem Nürnberg und Landshut. „Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) steht still“, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Michael Meier zum 24-stündigen Ausstand. Bereits am Dienstag, 7. April, waren Beschäftigte der Verkehrsgesellschaft VAG in der mittelfränkischen Metropole zum Streik aufgerufen, die Fahrgäste selbst haben an diesem Tag allerdings noch nichts mitbekommen - denn es wurde die U-Bahn-Werkstatt bestreikt, der Betrieb selbst lief planmäßig weiter.

Streik bremst Nahverkehr in Nürnberg aus: Notfahrplan mit NightLiner-Bussen

Um die Auswirkungen für Fahrgäste abzufedern, richtet die VAG am Mittwoch einen eingeschränkten Ersatzverkehr ein. Grundlage sei erneut das sogenannte NightLiner-Netz:

  • Die Linien N1 bis N15 sowie N61 verkehren stündlich vom Hauptbahnhof in alle Stadtteile
  • Auf den Linien N1, N7, N9 und N15 wird das Angebot bis etwa 21 Uhr auf einen 30-Minuten-Takt verdichtet
  • Die Buslinien 82 und 83 fahren weitgehend regulär, einzelne Fahrten entfallen jedoch

Straßenbahnen und U-Bahnen fahren hingegen erneut überhaupt nicht. Die S-Bahn ist nicht vom Streik betroffen.

Streik trifft Nürnberg: Frühlingsfest bleibt trotzdem erreichbar

Auch der Kundenservice ist vom Streik betroffen: Das Servicetelefon von VAG und VGN sowie das Kunden-Center am Nürnberger Hauptbahnhof bleiben am Mittwoch geschlossen, wie es in der Mitteilung weiter heißt. Zudem sei unklar, ob digitale Fahrplanauskünfte rechtzeitig aktualisiert werden können. Die VAG empfiehlt, sich regelmäßig über aktuelle Entwicklungen zu informieren.

Trotz des angekündigten Streiks, wird das Volksfest in Nürnberg, das am Osterwochenende gestartet ist und bis zum 26. April dauert, der Stadt Nürnberg zufolge für Besucherinnen und Besucher auch am 8. April gut erreichbar sein: Die S-Bahn kann etwa für die An- und Abreise genutzt werden. Sie fährt regulär zwischen Hauptbahnhof und der Haltestelle Dutzendteich, von wo aus das Festgelände fußläufig zu erreichen ist.

Zudem können Volksfest-Gäste mit Bussen des NightLiner-Netzes zum Frühlingsfest gelangen: Die Linien N4 und N15 mit Haltepunkten an Bayernstraße und Oskar-von-Miller-Straße sind hierfür Optionen. Wie die Stadt Nürnberg mitteilt, richtet die VAG außerdem zwischen 14 und 23 Uhr einen Pendelbetrieb zwischen den Haltestellen Hauptbahnhof (Bahnsteig C auf der Haltestelleninsel vor dem Hauptbahnhof) und Volksfestplatz ein. Die Busse fahren ohne Zwischenstopp im 15-Minuten-Takt – beginnend zur vollen Stunde ab Hauptbahnhof.

Alternativ werden der Stadt zufolge vier historische Busse zwischen Hauptbahnhof und Volksfestplatz fahren, die von allen Fahrgästen kostenlos genutzt werden können. Zwischenhalte werden an der Frankenstraße und am Dokumentationszentrum gemacht. Die vom Schaustellerverband organisierten Sonderbusse fahren von 15 bis 20 Uhr ebenfalls von Bahnsteig C auf der Haltestelleninsel los und reihen sich zeitlich zwischen den VAG-Bussen ein.

Wer mit dem Fahrrad zum Frühlingsfest radeln möchte, findet dort entsprechende Parkplätze vor. Für Pkws stehen ebenfalls Parkplätze in der Großen Straße und an der Meistersingerhalle zur Verfügung – allerdings kostenpflichtig.

Tarifkonflikt spitzt sich zu - Landesweite Streik-Aktion in Planung

Neben Nürnberg sind laut Verdi auch weitere Städte in Bayern betroffen. In Augsburg kam der Nahverkehr bereits am Dienstagmorgen (7. April) zum Erliegen. Für Landshut sind für Mittwoch, 8. April, ganztägige Streiks angekündigt, dort ist ebenfalls das Liniennetz der Stadtwerke betroffen. Es sei davon auszugehen, dass keine Busse im Einsatz sein werden, hieß es. Auch in München wurden Beschäftigte der Stadtwerke München zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Der Fahrdienst mit Bussen, Straßenbahnen und U-Bahn soll jedoch nicht betroffen sein.

Gegen Ende der Woche sind weitere Streikaufrufe in kleineren Städten möglich. Zudem gebe es bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 15. April Planungen für eine landesweite Aktion, wie ein Gewerkschaftsvertreter der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mitteilt. Mit den erneuten Arbeitsniederlegungen will Verdi den Druck im Tarifstreit erhöhen. Die Gewerkschaft fordert derzeit eine Entgelterhöhung von insgesamt 550 Euro in zwei Stufen bei einer Laufzeit von 24 Monaten sowie eine Reduzierung der Arbeitszeit. Ursprünglich hatte Verdi sogar rund 670 Euro mehr Lohn bei kürzerer Laufzeit verlangt.

Der Verdi-Landesbezirk Bayern will den Druck auf die fünfte Tarifrunde erhöhen. Maßstab sind Tarifeinigungen in anderen Bundesländern. Dort seien deutliche Entlastungen für Beschäftigte vereinbart worden wie maximale Schichtlängen und minimale Ruhezeiten. „Was in anderen Bundesländern machbar ist, muss auch in Bayern umsetzbar sein. Die Gesundheit der Beschäftigten ist kein Nice-to-have, sondern elementar für die Zukunftsfähigkeit des ÖPNV“, sagte Branchenkoordinatorin Katharina Wagner. Die Arbeitgeberseite hat zuletzt ein verbessertes Angebot vorgelegt, wie die Deutsche Presse-Agentur vermeldet: Dieses sieht je nach Laufzeit eine Gehaltserhöhung von mehr als sechs bis rund neun Prozent sowie eine Arbeitszeitverkürzung um eine Stunde vor. Eine Einigung ist bislang jedoch nicht in Sicht.

Der Artikel wurde am 7. April mit Informationen der Stadt Nürnberg aktualisiert.