
Auch am Karfreitag hatte der Tiergarten Nürnberg seine Pforten geöffnet. Den Besucherinnen und Besuchern, die sich an diesem Feiertag auf den Weg zum Paviangehege machten, bot sich dort ein trauriger und verstörender Anblick: Auf Foto- und Videomaterial der Nachrichtenagentur Vifogra ist zu sehen, wie ein Pavian im Innenbereich des Gehes ein totes Jungtier hinter sich herzog - unbeachtet von den anderen Affen, die sich lausten, spielten oder scheinbar teilnahmslos auf Baumstämmen saßen.
Auf Nachfrage unserer Redaktion äußerte sich der Tiergarten Nürnberg am Samstag zu der tragischen Szenerie. Vor einigen Tagen sei das Jungtier aus unbekannten Gründen verstorben. Ein Umstand, der „völlig natürlich“ sei, da die Jungtiermortalität im Vergleich mit anderen Altersklassen stets am höchsten sei, auch in freier Wildbahn. „Auch dort werden tote Jungtiere noch eine Zeit lang von den Müttern mitgeführt“, heißt es seitens des Tiergartens.
Grund dafür sei die Mutter-Kind-Bindung, die für Jungtiere überlebenswichtig ist. Die „von der Fürsorge der Mutter abhängigen“ jungen Paviane hätten ohne diese besondere Bindung „keine Überlebenschance“. Der Tiergarten erklärte, tote Jungtiere vor diesem Hintergrund bei den Müttern zu belassen, bis diese sie von selbst zurücklassen.
Besondere Aufmerksamkeit erfuhren die Paviane im Nürnberger Tiergarten im vergangenen Jahr. Aufgrund der starken Überfüllung des Primatengeheges beschloss der Tiergarten, einige der Paviane zu töten. Die Entscheidung sorgte bundesweit für Schlagzeilen, Tierschützerinnen und Tierschützer reagierten mit scharfer Kritik auf das Vorgehen des Zoos.