
Urlaub ist kostbar, jeder Tag einer Reise will im Idealfall gewinnbringend genutzt sein, sei das mit Entspannen am Strand oder mit Sightseeing in einer spannenden Stadt. Jetlag kann da den Zeitplan gehörig durcheinanderbringen und vor allem Urlaubszeit rauben.
Wenn auf dem Weg in den Urlaub oder auf dem Weg zurück mehrere Zeitzonen durchquert werden müssen, gerät die innere Uhr komplett durcheinander. Im Kleinen kennen das auch Menschen, die noch nie eine Überseereise gemacht haben: Die Zeitumstellung wirft den Biorhythmus zweimal im Jahr verlässlich durcheinander, wenngleich die Auswirkungen nicht ganz so groß sind. Müdigkeit und Schlafprobleme sind aber auch dann an der Tagesordnung.
Bei größeren Zeitverschiebungen kann es sogar zu Verdauungsproblemen kommen. Je nachdem wie viele Zeitzonen durchquert werden, kann es mehrere Tage dauern bis sich der Körper an den neuen Tagesrhythmus gewöhnt hat. Bei sehr kurzen Urlauben an weit entfernten Orten macht es daher womöglich gar nicht so viel Sinn, den Rhythmus überhaupt umzustellen.
Laut ADAC fällt es den Menschen tendenziell leichter, ihren Schlafrhythmus nach hinten zu verschieben, also später ins Bett zu gehen und dann auch später aufzustehen. Folgt man diesem Gedanken, sind Reisen Richtung Westen besser zu verkraften als in die andere Richtung. Der Flug nach New York City ist demnach besser zu verdauen als der Rückflug nach Deutschland. Laut Bericht des ADAC muss man bei einer Reise Richtung Osten mit einem Tag Eingewöhnungszeit pro zwei Stunden Zeitverschiebung rechnen. Bei einer Reise Richtung Westen halbiert sich die Eingewöhnungsdauer ungefähr.
Je weiter der Zeitsprung ist, desto schwerer fällt die Umstellung. Doch es gibt einige Tipps, mit denen der Jetlag erst gar nicht so schlimm wird oder mit denen er sich wenigstens möglichst schnell überwinden lässt.
Melatonin-Präparate können beispielsweise beim Einschlafen helfen. Das wiederum kann begünstigen, dass sich der Schlafrhythmus schneller an die Tages- und Nachtzeiten im Urlaubsland anpasst. Grundsätzlich ist es sinnvoll, zu versuchen, möglichst schnell nach den Tages- und Nachtzeiten am Aufenthaltsort zu leben, also auch Mahlzeiten beispielsweise von Beginn an nach der neuen Uhrzeit einzunehmen.
Jetlag möglichst schnell loswerden: So machen es Flugbegleiter
Auf der Seite der Lufthansa wird eine Flugbegleiterin zitiert. Sie sagt: „Wenn man mittags in Los Angeles ankommt, dann muss man gedanklich verdrängen, dass es in Deutschland schon fast wieder Zeit wäre, ins Bett zu gehen.“ Trotz Müdigkeit verlasse sie nach ihrer Ankunft immer gleich das Hotel und versuche, bis zum Abend wach zu bleiben. „Denn frische Luft, Sonnenlicht und Bewegung helfen, um sich an die neue Zeit zu gewöhnen“, erklärt sie weiter. Grundsätzlich hilft natürliches Licht bei der Umstellung der inneren Uhr. Überkommt einen die Müdigkeit, raten Schlafmediziner zu kleinen Power Naps von 20 bis 30 Minuten. So berichtet es die Apotheken Umschau.
Und auch schon vor der Abreise und während des Fluges lassen sich Vorkehrungen treffen, damit sich der Jetlag später möglichst in Grenzen hält:
- Schon vor der Abreise den Rhythmus an die Tages- und Nachtzeiten im Zielland anpassen - beim Essen und beim Schlafen.
- Im Flugzeug möglichst viel Schlaf sammeln, hierbei helfen eine Schlafmaske oder Ohrenstöpsel.
- Es bietet sich an Flüge zu wählen, die am Abend im Zielland landen, so kann die Anpassung schneller gelingen.
- Ausreichend Wasser trinken, auf koffeinhaltige Getränke und Alkohol verzichten.
Letztendlich ist es sehr individuell, wie ein Organismus auf eine Zeitverschiebung reagiert. Gegebenenfalls empfiehlt sich auch ein Beratungsgespräch bei einem Arzt oder einer Ärztin.
