Nürnberg/Regensburg - Die Standorte des Katzentempels in Nürnberg und Regensburg sind gesichert. Nach Bekanntwerden einer wirtschaftlichen Schieflage musste die Filiale in Erlangen schließen. Um die Standorte in der Region wurde gebangt.

Die Zukunft der veganen Katzentempel-Restaurants in Nürnberg und Regensburg ist geklärt, das ist im Zuge einer Mitteilung nun bekannt geworden. Im Zuge des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der JV KT Erlangen GmbH, dem Dach-Unternehmen der Standorte, sei es Insolvenzverwalter Michael Verken von der bundesweit tätigen Kanzlei Anchor gelungen, eine „nachhaltige Investorenlösung“ zu finden. Standorte dieser Cafés gibt es quer über die Bundesrepublik verteilt. Mehrere der Standorte, darunter der in Freiburg, mussten inzwischen schließen. Auch in Erlangen wurden die Türen final zugesperrt.

Wie es weiter heißt, seien die Standorte Nürnberg und Regensburg erfolgreich an eine neue Betreibergesellschaft übertragen worden. „Ich bin sehr erleichtert, dass wir nach intensiven Verhandlungen eine Lösung präsentieren können, die nicht nur den wirtschaftlichen Fortbestand der Betriebe sichert, sondern vor allem auch den Schutz der dort lebenden Tiere garantiert“, erklärt Insolvenzverwalter Verken. Künftig würden die Filialen in Nürnberg und Regensburg von einer neuen Betreibergesellschaft unter der Leitung von Elena Lavrentieva weitergeführt.

Seit 2022 betrieb die JV KT Erlangen GmbH als Franchisenehmerin drei Restaurants unter der Marke Katzentempel in Erlangen, Nürnberg und Regensburg. Als einziger Anbieter in der deutschen Gastronomielandschaft werden hier vegane Speisen mit einem Katzen-Erlebnisbereich verwoben. Dabei sei der Tierschutzgedanke ein zentraler Aspekt. Die „Tempelkatzen“ stammen meist aus regionalen und anerkannten Tierschutzorganisationen und finden in den Restaurants ein dauerhaftes Zuhause. Die flauschigen Bewohner können sich in den Gasträumen frei bewegen, verfügen aber auch über Ruhezonen und Rückzugsorte.

Die Geschichte des Franchisegebers, der Katzentempel GmbH, begann 2013 mit dem ersten Standort in München, bevor 2015 das Franchisesystem ausgerollt wurde. „Es war uns ein besonderes Anliegen, dieses sensible Gefüge aus Gastronomie, Arbeitsplätzen und Tierschutz zu erhalten, da die Standorte für viele Stammkunden weit mehr als nur ein Café sind“, betont der Insolvenzverwalter. Das rein vegane Angebot soll den Gedanken des Tierwohls auf Teller und Tisch bringen.

Insolvenz der Betreibergesellschaft des Katzentempels

Im vergangenen Jahr war die JV KT Erlangen GmbH, die Betreibergesellschaft, in eine schwierige wirtschaftliche Lage geraten, am 3. Dezember 2025 wurde schließlich ein Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht München ordnete am 8. Dezember die vorläufige Insolvenzverwaltung an und eröffnete das Verfahren planmäßig am 1. Februar 2026. „Die Krise des regionalen Betreibers fiel in eine Zeit, in der auch die Franchisegeberin, die Katzentempel GmbH, ihr Geschäftsmodell grundlegend neu ausrichtete“, heißt es weiter. Im Zuge dieser strategischen Entscheidung wurden die Standorte der JV KT Erlangen GmbH in ein Sanierungsverfahren überführt, mit dem Ziel, sie unter rechtlichem Schutz wirtschaftlich neu aufzustellen und an geeignete neue Partner zu übergeben. „Dieser Prozess konnte nun für Nürnberg und Regensburg erfolgreich abgeschlossen werden.“

Abschied vom Katzentempel-Standort in Erlangen

Während für die Standorte in Nürnberg und Regensburg eine Fortführungslösung gefunden wurde, verlief die Suche nach einem Investor für das Restaurant in Erlangen ergebnislos. Die Erlanger Tempelkatzen sind vor der Schließung an sachkundige Familien und Mitarbeitende vermittelt und übergeben worden.

Für die verbliebenen Standorte ist die Lage erfreulicher: Soweit die Mitarbeitenden keine Eigenkündigungen ausgesprochen hatten, übernahm die neue Betreiberin Elena Lavrentieva sämtliche Arbeitsverhältnisse in Nürnberg und Regensburg. „Dass wir für den Großteil der ursprünglich 52 Beschäftigten eine Zukunftsperspektive schaffen konnten, ist ein großer Sanierungserfolg“, findet Insolvenzverwalter Verken. Für die „Tempelkatzen“ an den Standorten, die fortgeführt werden, ändert sich durch den Betreiberwechsel nichts – sie bleiben in ihrer gewohnten Umgebung.

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