
Der Tiergarten Nürnberg freut sich über Nachwuchs: Am Mittwoch, 25. März 2026, ist ein Schabrackentapir (Tapirus indicus) zur Welt gekommen. Damit Mutter und Kalb sich in Ruhe aneinander gewöhnen können, bleibt das Tapirhaus in den kommenden Tagen vorerst geschlossen, teilt die Stadt Nürnberg in einer Pressemitteilung mit.
Nach Angaben von Kuratorin Diana Koch wirkt das Jungtier gesund und aktiv. „Es macht einen kräftigen Eindruck, trinkt gut und läuft bereits viel herum“, heißt es weiter. Noch erinnere seine braun-weiße Fellzeichnung an die Streifen und Flecken von Wildschweinfrischlingen. Die für die Art namengebende weiße Zeichnung auf dem Rücken - die sogenannte Schabracke - sei jedoch bereits zu erkennen.
Für Tapirweibchen Indy und Männchen Morse ist es der zweite Nachwuchs. Beide Tiere leben seit 2021 im Tiergarten Nürnberg. Ihr erstes Jungtier Palita wurde im November 2025 an den Zoologischen Garten im tschechischen Ústí abgegeben.
Zuchtprogramm soll Artenschutz der stark gefährdeten Tapire sichern
Der Tiergarten Nürnberg führt seit 1992 das Zuchtbuch für das Europäische Erhaltungszuchtprogramm EEP des Europäischen Zooverbandes EAZA für die Art. Ziel des Programms ist es, langfristig eine stabile selbsterhaltende Population außerhalb des natürlichen Lebensraums aufzubauen. Angesichts der Bedrohung der Tiere sei die Nachzucht besonders wichtig, betont Koch: „Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft den Schabrackentapir als stark gefährdet ein. Die Zucht der Art in Zoos ist daher ein wichtiger Baustein, um sie zu erhalten.“
In freier Wildbahn leben Schabrackentapire in den Wäldern Südostasiens, etwa in Thailand, Myanmar, Malaysia und auf Sumatra. Großflächige Abholzung, Bau von Straßen und Wilderei bedrohen die Tiere in ihren natürlichen Lebensräumen.
Der Schabrackentapir ist der einzige noch lebende asiatische Vertreter der Tapire. Drei weitere Tapirarten kommen in Mittel- und Südamerika vor. Tapire sind mit Nashörnern und Pferden verwandt und gelten als „lebende Fossilien“.
Wann das Tapirhaus wieder für Besucherinnen und Besucher öffnet, will der Tiergarten über seine Website, die Social-Media-Kanäle sowie Informationsmonitore vor Ort bekannt geben.
