
Der Frühling ist immer wieder ein Fluch und Segen zugleich. Während die einen die ersten Sonnenstrahlen genießen und bei jeder Gelegenheit in die Natur wollen, kämpfen die anderen mit einer laufenden Nase, ständigem Niesen und tränenden Augen. Dabei sind Menschen nicht die einzigen, die unter einer Pollenallergie leiden. Auch Hunde und Katzen können Symptome aufweisen. Diese unterscheiden sich jedoch von den Symptomen der Allergie bei Menschen, weshalb Haustierbesitzer möglicherweise gar nicht wissen, was ihren Lieblingen tatsächlich fehlt.
Heuschnupfen bei Tieren: Diese Symptome von Hunden und Katzen deuten auf Pollenallergie hin
Auch wenn es Heuschnupfen genannt wird, sind die typischen Symptome einer Pollenallergie bei Tieren meist nicht zwingend häufiges Niesen oder eine laufende Nase.
Wie das Allergiezentrum Schweiz auf seiner Website erklärt, verursachen Pollen bei Hunden eine sogenannte Canine Atopic Dermatitis (CAD), also ein atopisches Ekzem. Vor allem die Körperstellen, die mit den Pollen besonders oft in Kontakt kommen, also der Bauch und die Pfoten beispielsweise, können daher Ausschläge aufweisen und stark jucken, heißt es in einem Artikel des Magazins von Fressnapf. Oft können die Tiere sich die betroffenen Stellen dann aufkratzen oder wundlecken. Typische Symptome für eine Pollenallergie bei Hunden sind daher:
- Juckreiz an Pfoten, Bauch, Ohren, Achseln
- Rötungen und Entzündungen an der Haut
- Schuppen und Haarausfall
- Kahle Hautstellen, möglicherweise mit Pusteln und Quaddeln
- Ohrenentzündungen
- Gerötete Augen
- Niesen und Nasenausfluss
- Angeschwollene Atemwege
- Husten oder Keuchen
- Pfeifende Atemgeräusche
- Appetitlosigkeit
- In seltenen Fällen kann es zu Atemnot kommen
Bei Katzen können alle bereits genannten Symptome ebenfalls auftreten. Die Hautentzündungen und der Juckreiz würden bei Katzen teils zu einem regelrechten Putzzwang führen, so das Fressnapf-Magazin.
Meistens würden die Symptome einer Pollenallergie bei Katzen das erste Mal zwischen dem sechsten Lebensmonat und dem dritten Lebensjahr auftreten, heißt es weiter. Doch auch bei älteren Katzen kann eine Allergie erstmals auftreten, auch wenn dies eher unwahrscheinlich ist.
Bei Hunden seien laut dem Magazin bestimmte Rassen häufiger von einer Allergie betroffen als andere, so zum Beispiel die Französische Bulldogge oder der Golden Retriever. Meistens seien die Hunde beim erstmaligen Auftreten der Allergie zwischen einem und vier Jahren alt.
Diagnose von Heuschnupfen bei Hunden und Katzen
Treten bei dem Haustier die aufgezählten Symptome auf und besteht ein Verdacht auf eine Pollenallergie, so sollten Besitzer einen Tierarzt aufsuchen. Werden die Symptome isoliert im Frühjahr beobachtet, könnte dies ein Zeichen dafür sein, dass es sich tatsächlich um eine Pollenallergie handeln könnte.
Anders als beispielsweise bei einer Futtermittelallergie kann eine Pollenallergie bei Hunden und Katzen laut dem Magazin durch einen Hauttest festgestellt werden.
Es handelt sich dabei um einen Intrakutantest, der ähnlich wie der Prick-Test bei Menschen durchgeführt wird. Der Test soll etwa eine Stunde lang dauern. Der Tierarzt spritzt dabei dem Hund oder der Katze verschiedene Allergene unter die Haut und beobachtet anschließend die Hautreaktion. Dadurch können sich einzelne Allergene feststellen.
Pollenallergie beim Hund oder Katze - So können Besitzer ihren Haustieren helfen
Grundsätzlich sind Allergien nicht heilbar. Man kann jedoch mit einer Therapie die Symptome lindern.
Zuallererst gilt es, die jeweiligen Allergene möglichst zu vermeiden. Hat der Tierarzt beim Intrakutantest festgestellt, worauf genau das Tier allergisch ist, so sollten Besitzer möglichst dafür sorgen, dass es Orte mit den jeweiligen Pflanzen in der Blütezeit vermeidet. Das lässt sich jedoch bei freilaufenden Katzen schwieriger gestalten als beim Gassigehen mit dem Hund.
Daher gibt es beispielsweise die Möglichkeit einer Hyposensibilisierung. Das Tier wird dabei unter Aufsicht einer kleinen Menge des Allergens ausgesetzt, sodass das Immunsystem sich langsam an den Reiz gewöhnen kann. Im besten Falle entsteht dabei nach und nach eine Toleranz und Symptome treten nur in verminderter Form auf.
Müssen die Symptome der Pollenallergie behandelt werden, können Antihistaminika verwendet werden. Auch homöopathische Präparate können bei der Behandlung von Symptomen helfen. In beiden Fällen müssen die Arzneimittel jedoch vom Tierarzt verschrieben werden.
In seltenen Fällen mit besonders starken Immunreaktionen muss eventuell ein Notfall-Allergie-Set angeschafft werden, welches dann immer mitgeführt werden sollte, wenn das Tier dabei ist.
Besitzer können ihren Haustieren aber auch helfen, indem sie einige vorsorgliche Schritte befolgen.
So könnte das Tracken des Pollenflugs entweder über einen Kalender oder über Apps sinnvoll sein, um Spaziergänge mit dem Tier bei möglichst niedrigem Pollenflug zu planen. Besitzer sollten zudem auch beim Lüften der Wohnung darauf achten, dies zu einer Zeit zu machen, wenn der Pollenflug möglichst gering ist. Ein Pollenschutzgitter an den Fenstern kann zudem ebenfalls hilfreich sein.
Nach einem Spaziergang sollte das Tier, egal ob Hund oder Katze, im besten Fall abgewischt oder gebürstet werden, sodass Pollen, die sich im Fell verfangen haben, entfernt werden.
Auch regelmäßiges Staubsaugen und Wischen in der Wohnung können bei einer Pollenallergie hilfreich sein. Das gilt im Übrigen für Tiere, aber auch für Menschen, die an Heuschnupfen leiden.
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