Neapel - Italien meldet steigende Fallzahlen von Infektionen mit Hepatitis A. Ursächlich sein könnten verunreinigte Meeresfrüchte. Deshalb gilt nun ein wichtiges Verbot. Was das Auswärtige Amt Reisenden rät.

Überdurchschnittlich viele Fälle von Hepatitis A gibt es derzeit in Italien, in der Region Kampanien. Die örtlichen Behörden reagieren mit einem strikten Verzehrverbot, denn der Grund für den Ausbruch wird in einer beliebten Speise vermutet.

Wie die Tagesschau mit Verweis auf lokale Gesundheitsbehörden in Italien berichtet, wurden seit Jahresbeginn 150 neue Fälle von Hepatitis A in der Region Kampanien gemeldet, 84 davon in Neapel. Die Fallzahlen seien etwa zehnmal so hoch, wie im Durchschnitt in den vergangenen Jahren. Laut einem Bericht des Hamburger Abendblatts geraten Krankenhäuser bereits an ihre Kapazitätsgrenzen.

Der Ursprung des Ausbruchs soll wohl in einer Muschelzuchtanlage liegen. Laut Informationen der Tagesschau war es dort offenbar zu einer Kontamination mit verunreinigtem Abwasser gekommen. In der Folge verordnete Neapels Bürgermeister ein Verzehrverbot für rohe Meeresfrüchte in allen öffentlichen Lokalen. Die Polizei soll das Verbot kontrollieren. Bei Verstößen drohen bis zu 20.000 Euro Bußgeld.

Das Auswärtige Amt weist auf seiner Webseite unter dem Punkt „Impfschutz“ zwar darauf hin, dass für die Einreise nach Italien keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben seinen, gleichzeitig rät das Ministerium Reisenden zu einer Impfung gegen Hepatitis A - insbesondere bei einem Aufenthalt in den südlichen Landesteilen. Bei einem Langzeitaufenthalt oder einer besonderen Exposition wird zudem ein Impfschutz gegen Hepatitis B empfohlen.

Bei Hepatitis A handelt es sich nach Informationen des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit um eine Entzündung der Leber, die durch Viren hervorgerufen wird. Eine Ansteckung durch den Verzehr von verunreinigten Speisen ist typisch für die Ausbreitung von Hepatitis A. Symptome einer Erkrankung sind Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl und gelegentlich erhöhte Temperatur. Es kann zudem zu einer Gelbsucht mit Gelbfärbung von Haut und Bindehaut kommen. Todesfälle im Zusammenhang mit Hepatitis A sind selten.