
Fünf A-Nationalspieler listet der 1. FC Nürnberg in seinen Reihen – das ist der Höchstwert in der 2. Bundesliga. Zwar spricht diese Statistik für die Qualität der Einzelspieler, für ein Scouting in weniger etablierten Ligen und für die Chance, die Nürnberg als Sprungbrett bietet, sie birgt aber auch einen Nachteil: Fünf A-Nationalspieler und dazu noch fünf Junioren-Nationalspieler reisen in der Länderspielpause durch die Welt, verpassen Trainingseinheiten am Valznerweiher und kehren in manchen Fällen mit einem satten Jetlag zurück.
Besonders große Reisestrapazen erwarten Adam Markhiev. Der Sechser reist mit der finnischen Nationalmannschaft nach Neuseeland, um dort erst gegen das Gastgeber-Land und dann gegen Kap Verden zu spielen. Die Partien finden um 7 Uhr beziehungsweise um 5 Uhr deutscher Zeit statt. Dabei kommt dem 23-Jährigen sicherlich entgegen, dass der Club erst am Sonntag (13.30 Uhr) in Braunschweig gefordert ist und damit den spätestmöglichen Anstoßtermin an diesem Spieltag bekommen hat.
Auch Mickael Biron steht vor einer langen Reise: Der Nationalspieler der Martinique spielt in der Dominikanischen Republik gegen Kuba und El Salvador. Styopa Mkrtchyan und Luka Lochoshvili sind mit der armenischen beziehungsweise mit der georgischen Nationalmannschaft unterwegs und haben ihr letztes Spiel jeweils am 29. März.
Etwas weniger Regenerationszeit steht Fabio Gruber bevor: Der Nürnberger Kapitän, der das Kiel-Spiel verletzt verpasste, gegen Kaiserslautern aber wieder durchspielen konnte, wurde zum zweiten Mal in seiner Karriere für Peru nominiert. In Frankreich und Spanien spielt „La Blanquirroja“ gegen den Senegal und erst am Dienstagabend gegen Honduras.
Abgesehen von den fünf Nationalspielern weilen in der letzten Länderspielpause der Saison auch fünf Junioren bei ihren Nationalteams. Auf U21-Ebene spielt Berkay Yilmaz mit der türkischen Auswahl ebenfalls erst am Dienstag gegen Kroatien. Zuletzt ließ der Linksfuß aber offen, ob man ihn nicht doch einmal mit dem Adler auf der Brust sehen könne: In meiner Brust schlagen zwei Herzen. Als sich die türkische U17 gemeldet hat, habe ich diese Einladung sehr gerne angenommen. Wie es mittelfristig in der Zukunft aussieht, wenn ich mal Bundesliga spiele und die A-Nationalmannschaft zum Thema wird, da mache ich mir gar keinen Druck. Dann wird es irgendwann eine Entscheidung geben, das lasse ich auf mich zukommen.“
Eryk Grzywacz spielt mit der polnische U20-Selektion gegen Rumänien und Deutschland – und damit womöglich auch gegen Rafael Lubach: Der vielseitige Offensivspieler steht im deutschen Kader für die Testspiele gegen Tschechien und Polen. Marko Soldic testet mit der deutschen U17-Auswahl zweimal gegen Italien. Kristian Mandic und die kroatische U19-Mannschaft hat gleich drei Freundschaftsspiele gegen die Schweiz, Norwegen und Frankreich vor der Brust.
