
Sie fordern Meinungsfreiheit, flächendeckende Grenzkontrollen und ein Ende der Militärhilfen für die Ukraine: Das rechte Protestbündnis „Gemeinsam für Deutschland“ mobilisierte am Wochenende vom 26. April 2025 mehrere Tausend Menschen in Deutschland. An der Kundgebung in der Nürnberger Innenstadt nahmen an jenem Samstag rund 400 Personen teil. Zugleich waren gleich drei Gegendemonstrationen angemeldet.
Wie die Polizei Mittelfranken in mehreren Pressemitteilungen berichtete, ereigneten sich in diesem Zusammenhang gleich mehrere Vorfälle: Demnach haben Gegendemonstranten wiederholt versucht, auf die Wegstrecke zu gelangen, die Polizeiketten gewaltsam zu durchbrechen oder direkt zum Versammlungszug aufzuschließen. Die Polizei musste nach eigenen Angaben „wiederholt mit unmittelbarem Zwang eingreifen, um die Durchführung des Versammlungsgeschehens zu gewährleisten“. Dabei kamen auch ein Einsatzstock und Pfefferspray zum Einsatz.
Laut dem Polizeibericht attackierte ein Gegendemonstrant einen Polizisten und entriss ihm den Einsatzstock – ein 27 Jahre alter Tatverdächtiger wurde im Nachgang identifiziert und festgenommen. Zudem griff in der Adlerstraße eine größere Gruppe an Gegendemonstranten offenbar gezielt Einsatzkräfte an. Nach der Versammlung trafen Anhänger verschiedener politischer Lager aufeinander: Eine Gruppe von rund 30 Personen attackierte am Splittertorgraben vier Menschen und flüchtete. 23 Tatverdächtige konnten gestellt werden. Insgesamt zogen an diesem Tag acht Beamte Verletzungen davon.
Außerdem, das teilte die Polizei am Mittwoch mit, besteht in diesem Zusammenhang der Verdacht des Landfriedensbruchs.
Die Kriminalpolizei Nürnberg ermittelt nun gegen die bislang größtenteils unbekannten Gegendemonstranten. Auf Basis der bisherigen Ermittlungen fanden inzwischen zahlreiche Durchsuchungen statt – vor allem in Nürnberg, aber auch in Erlangen, Fürth, Hersbruck, Heroldsbach, Baiersdorf, Passau, Senden, Leipzig und Münster. 24 Objekte wurden durchsucht. Dabei trafen die Beamten im Nürnberger Stadtgebiet eine Beschuldigte an, deren Fluchtversuch scheiterte – sie wurde vorläufig festgenommen. Die Einsatzkräfte stellten Beweismittel, insbesondere Tatkleidung und Mobiltelefone, sicher und führten mehrere erkennungsdienstliche Behandlungen durch.
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