Nürnberg - Der Konflikt im Nahen Osten wirkt sich auch auf Flugtickets aus. Auf einigen Fernstrecken sind die Preise teils um ein Vielfaches gestiegen. Was Reisende wissen müssen.

Der Konflikt im Nahen Osten macht sich inzwischen nicht nur an den hiesigen Zapfsäulen sondern auch bei den Flugpreisen bemerkbar. Wer derzeit Flüge nach Asien oder Australien sucht, stößt teilweise auf deutlich höhere Preise als noch vor wenigen Wochen.

Zum einen sind durch die geopolitische Lage die Ölpreise gestiegen und damit auch die Kosten für Kerosin. Laut der Branchenorganisation International Air Transport Association (IATA) machen Flugzeugtreibstoff und Öl fast 30 Prozent der Gesamtkosten von Airlines aus. Gleichzeitig ist mit dem Iran-Krieg aber auch das globale Flugnetz unter Druck: Der Nahe Osten ist einer der wichtigsten Knotenpunkte im internationalen Luftverkehr. Drehkreuze wie Dubai, Doha oder Abu Dhabi verbinden Europa mit zahlreichen Zielen in Asien, Afrika und Australien.

Wenn Verbindungen dort eingeschränkt sind oder Airlines ihre Routen anpassen müssen, hat das Folgen für den gesamten Flugverkehr. Umsteigeverbindungen fallen weg, Flüge müssen Umwege fliegen - und auf manchen Strecken werden Sitzplätze plötzlich knapp. Viele Reisende weichen deshalb auf alternative Verbindungen aus, etwa Direktflüge oder Routen, die den Nahen Osten umgehen.

Bis zu mehrere Tausend Euro für Flugtickets: Die Folgen des Nahost-Konflikts

Die Folgen zeigen sich schon jetzt bei den Preisen, wie beispielsweise auf der Strecke zwischen Frankfurt und Singapur. Wie das Reisemagazin „Reisereporter“ berichtet, kostet ein Direktflug mit Singapore Airlines im März teilweise mehr als 4000 Euro. Normalerweise bewegen sich Tickets für diese Verbindung nach Auswertung der Flugvergleichsplattform „Skyscanner.de“ eher im Bereich von etwa 400 bis 500 Euro. Auch Lufthansa hat die Preise angehoben: Statt rund 800 Euro werden für die Strecke inzwischen teilweise etwa 2000 Euro verlangt.

Ähnliche Entwicklungen gibt es auch auf Flügen nach Indien. Weil viele Reisende aktuell Verbindungen über den Nahen Osten meiden, steigt die Nachfrage nach Direktflügen. Auf der Strecke von München nach Delhi liegen die Preise laut „Reisereporter“ teilweise rund 1000 Euro über dem üblichen Niveau.

Wer seinen Australien-Flug nicht über die klassischen Drehkreuze im Nahen Osten wählt, muss im März für alternative Routen ohne Zwischenstopp in dieser Region teilweise rund 3000 Euro hinblättern, so das Reisemagazin.

Dass Flugpreise so schnell reagieren, liegt auch an den Buchungssystemen der Airlines. Viele Gesellschaften passen ihre Tarife automatisch an Nachfrage und verfügbare Sitzplätze an. Werden Flüge schneller gebucht als erwartet, steigen die Preise häufig innerhalb kurzer Zeit.

Wie lange dieser Effekt anhält, hängt vor allem davon ab, wie sich die Lage im Nahen Osten weiter entwickelt.