Nürnberg - Die Konflikte im Nahen Osten könnten schon bald empfindliche Auswirkungen auf die Wirtschaft hierzulande haben. Gerade die Sprit-Preise könnten deutlich ansteigen. Wie weit Nürnberg noch vom Rekord-Niveau entfernt ist.

Am vergangenen Wochenende haben die USA und Israel damit begonnen, Luftangriffe auf den Iran zu fliegen. Der Konflikt bedroht eine der wichtigsten Ölexport-Routen der Welt, die Straße von Hormus. Die Meeresenge zwischen dem Iran und den Vereinigten Arabischen Emiraten verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman. Hier werden fast 20 Prozent des weltweiten Öls transportiert.

Eine Störung der Schifffahrtswege könnte sich negativ auf den Ölpreis und damit auch auf die Benzinpreise auswirken. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher sind deswegen verunsichert und fragen sich, ob Tanken demnächst deutlich mehr kosten könnte.

Laut Auswertung des ADAC war das teuerste Tankjahr bisher 2022. Damals kostete der Liter Super E10 im Schnitt 1,86 Euro, der Liter Diesel sogar 1,95 Euro. 2024 und 2025 fielen die Preise dann wieder.

Einer Auswertung des SWR zufolge liegt der Preis für E10 deutschlandweit Stand 2. März, 13 Uhr im Schnitt bei 1,79 Euro. Für den Liter Diesel wird im Schnitt 1,75 Euro fällig. Es ist also noch Luft bis zum Höchstwert von 2022. Konkret in Nürnberg liegt der Preis für E10 am 2. März bei 1,73 Euro oder weniger und für Diesel bei 1,71 Euro oder weniger.

Am Montagmorgen reagierten die Märkte nervös auf die Luftangriffe auf den Iran. Laut tagesschau.de stiegen die Ölpreise zunächst um sieben Prozent an. So kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent zeitweise bis zu 82,37 US-Dollar. Im weiteren Verlauf ist der Preis jedoch etwas gesunken, für eine Lieferung im April lag er bei 78,05 US-Dollar.

Laut ADAC stieg der Preis für einen Liter Super E10 am Sonntag im Vergleich zum Freitag hierzulande im Schnitt um 1,6 Cent pro Liter. Der Liter Diesel ist um 1,3 Cent teurer geworden. Am Montagmorgen sind die höheren Rohöl-Preise noch nicht an den Zapfsäulen angekommen. Marktanalysten erwarten jedoch, dass der Preis für Rohöl an den Börsen infolge des anhaltenden Konflikts diese Woche weiter steigen wird. Wie spiegel.de berichtet, könnte der Preis für ein Barrel Rohöl bei einer Blockade der Straße von Hormus auf bis zu 100 US-Dollar klettern - 37 Prozent mehr als am Freitag vor Beginn des Konfliktes.

Laut tagesschau.de erwarten Experten von der Citigroup, dass der Rohöl-Preis in dieser Woche bereits bei 80 oder 90 US-Dollar pro Barrel liegen könnte. In einem Vorkriegsszenario hatte das Center for Strategic & International Studies bereits einen Rohölpreis von 90 US-Dollar pro Barrel prognostiziert, wie bild.de schreibt.

Reaktion auf Kämpfe in Nahost: Anstieg der Benzinpreise von bis zu zehn Cent pro Liter möglich

Wie sich die Spritpreise im Zuge des Iran-Krieges entwickeln, ist maßgeblich von zwei Faktoren abhängig. Zum einen, wie lange der Konflikt andauert, zum anderen, wie sehr der Ölexport durch die Straße von Hormus davon beeinträchtigt wird. Laut US-Präsident Trump könnten die Luftschläge noch vier Wochen andauern.

Zum Eingang der Straße von Hormus sind bereits mehr als 200 Schiffe vor Anker gegangen, darunter zahlreiche Öl- und Gastanker. Laut tagesschau.de hat die Islamische Revolutionsgarde staatlichen Medienberichten zufolge bereits die Straße von Hormus geschlossen. Auch zwei Tanker sollen von iranischen Raketen attackiert worden sein.

Laut Expertinnen und Experten ist davon auszugehen, dass die Preise für Rohöl an den Weltmärkten diese Woche aufgrund des Konflikts weiter steigen. Das dürfte sich auch an der Zapfsäule hierzulande bemerkbar machen. Wenn der Schiffsverkehr durch die Meerenge länger gestört bleibt, könnte das zu einem Preisanstieg von zehn Cent pro Liter an den Tankstellen führen, wie bild.de schreibt.