Nürnberg/Fürth/Erlangen - Die Hochwasserlage in Nordbayern ist weiter angespannt. Für mehrere Landkreise - darunter Nürnberg, Erlangen und Fürth - gelten aktuelle Hochwasserwarnungen, auch Straßen sind gesperrt. Ein Überblick.

Die neuen Niederschläge der vergangenen Tage haben die Wasserstände von Flüssen vor allem im Norden Bayerns wieder ansteigen lassen. Für mehrere Landkreise gilt aktuell eine Hochwasserwarnung.

Wie der Hochwassernachrichtendienst Bayern (HND) am Mittwoch (Stand 10 Uhr) mitteilte, haben mehrere Pegel in Mittelfranken die Meldestufe 2 von 4 erreicht. Das betrifft unter anderem die Altmühl bei Thann im Markt Bechhofen sowie die Fränkische Rezat bei Oberheßbach im Markt Lehrberg.

Bei Meldestufe 2 sind Wiesen oder Äcker überflutet, und es kann zu Verkehrsbehinderungen auf überspülten Straßen kommen. An weiteren Pegeln in Franken sei die Meldestufe 1 überschritten worden und es kommt zu kleineren Ausuferungen. Betroffen waren laut HND etwa die westlichen Regnitzzuflüsse, die Sulzach oder die Wörnitz.

Laut aktuellem Lagebericht laufen die Hochwasserwellen rund um Mittelfranken derzeit nur langsam ab. Im Regnitzeinzugsgebiet - von der Fränkischen Rezat bis zur Rauhen Ebrach - werden überwiegend leichte Ausuferungen (Meldestufe 1) gemeldet. Im Unterlauf der Aisch und der Fränkischen Rezat können die Pegel mit der ablaufenden Welle vorübergehend nochmals Meldestufe 2 erreichen.

Offizielle Hochwasserwarnung für mehrere Landkreise in Franken

Die Hochwasserzentrale hat am Mittwoch (18. Februar, Stand 10 Uhr) ihre Warnungen vor Ausuferungen und Überschwemmungen aktualisiert. Diese gelten bis voraussichtlich 20. Februar, 10 Uhr. Betroffen sind folgende Landkreise:

  • Stadt Nürnberg und Landkreis Nürnberg
  • Landkreis Fürth
  • Landkreis Erlangen-Höchstadt
  • Landkreis Roth
  • Landkreis Ansbach
  • Landkreis Bamberg
  • Landkreis Lichtenfels

Nach aktuellen Prognosen der Hochwasserzentrale sollen die Wasserstände zunächst auf hohem Niveau. bleiben Im gesamten Amtsgebiet können die Pegel Meldestufe 1 bis 2 erreichen oder haben diese bereits überschritten.

Überschwemmungen: Mehrere Sperrungen in Nürnberg - Stadt warnt

In Nürnberg sind wegen der hohen Pegelstände mehrere Straßen und Fußwege nicht passierbar. Aktuell kommt es an folgenden Wegen und Straßen zu Sperrungen (Stand 12 Uhr am Mittwoch):

  • Pegnitztal-Ost: Ebenseesteg, Seewiesenweg und Olga-Pöhlmann-Weg.
  • Im Bereich der Gründlach: Obere Dorfstraße nach Kalchreuth, Unterführung Erlanger Straße in Boxdorf, Bereich Spielplatz in Boxdorf.
  • An den kleineren Gewässern kommt es auch noch zu einzelnen Ausuferungen, z.B. Fischbach/Augraben Radweg in der Fischbachaue.

Für die aktuelle Woche sind die Pegel stagnierend bis leicht rückläufig. „Allerdings sind über das Wochenende erneute Niederschläge angekündigt, weswegen wir ab Montag oder Dienstag kommender Woche mit steigenden Pegeln rechnen müssen“, so ein Sprecher von des Servicebetriebs Öffentlicher Raum Nürnberg (Sör)

Die Stadt bittet darum, Sperrungen zu beachten und ernst nehmen. Auch einzelne Hochwasserpfützen seien gefährlich, da die Wassertiefe und die Strömung oft unterschätzt werden. „Nutzen Sie nur gesicherte, befestigte Wege und vermeiden Sie Spaziergänge in überschwemmten Wiesen, Auen oder Uferbereichen“, so der Sprecher weiter.

Autofahrende sollten überflutete Straßen keinesfalls befahren und gegebenenfalls umkehren. Es seien weiterhin Einsatzkräfte im Stadtgebiet unterwegs, um die Lage zu kontrollieren und Gefahrenstellen abzusichern.

Meldungen zu weiteren Überschwemmungen nimmt Sör über ein Servicetelefon unter der 0911 / 231 – 7637 oder online entgegen.

Einschränkungen im ÖPNV seien aktuell nicht gegeben, dies könne sich aber kurzfristig bei weiteren Niederschlägen ändern, so Sör weiter.

Hohe Pegelstände: Straßensperrungen in Fürth - auch Einschränkungen im ÖPNV

In Fürth ist aktuell die Talquerung in Stadeln (Stadelner Straße und Fischerberg) komplett für den Verkehr gesperrt. Betroffen ist auch der dortige Fuß- und Radweg. Das zuständige Tiefbauamt hofft, zumindest die Straße am Donnerstag wieder freigeben zu können. Für Rad- und Fußwege sei der Zeitpunkt derzeit offen, „da hier das Wasser nicht richtig abfließen kann“, wie ein Pressesprecher der Stadt Fürth am Mittwoch betont.

Weitere gesperrte Fuß- und Radwege in Fürth:

  • Gesamter Bereich am Scherbsgrabenbad, Siebenbogenbrücke und Flutbrücke
  • Mühltalstraße
  • Kellerweg (Dambacher Straße Richtung Fuchsstraße)

Auch im Nahverkehr in Fürth kommt es derweil zu Einschränkungen aufgrund der Überschwemmungen. Aufgrund des Hochwassers sind die Straßen im Bereich des Fischerbergs bis auf Weiteres gesperrt. Davon ist nach Angaben der Infra Fürth auch die Buslinie 173 betroffen:

  • In Fahrtrichtung Jakobinenstraße biegen die Busse nach der Haltestelle Flexdorf vor der Sperrung nach links in die Vacher Straße ab und fahren eine Umleitung über die Brückenstraße und Stadelner Hauptstraße bis zur Haltestelle Fischerberg. Die reguläre Haltestelle Vacher Brücke kann dabei nicht bedient werden. Ersatzweise wird die gleichnamige Haltestelle der Linie 175 in der Vacher Straße bedient.
  • In Fahrtrichtung Atzenhof biegen die Busse nach der Haltestelle Fischerberg in die Stadelner Hauptstraße ab und fahren ebenfalls die oben genannte Umleitung in entgegengesetzter Richtung. Anschließend bedienen sie ersatzweise die NighLiner-Haltestelle Vacher Brücke. Die Infra weist außerdem darauf hin, dass es aufgrund der weitreichenden Umleitung zu Verzögerungen kommen kann.

Überschwemmungen in Erlangen: Zahlreiche Geh- und Radwege gesperrt

In und um Erlangen sind bereits seit Donnerstagmorgen, den 12. Februar, zahlreiche Geh- und Radwege gesperrt. Am Dienstag hat die Stadt ihre Straßensperrungen auf der Website aktualisiert, betroffen sind:

Entlang der Regnitz

  • Fuß- und Radweg Herzogenauracher Damm (nördlich und südlich der Regnitzbrücke)
  • Rad- und Fußweg nach Bruck (Kraftwerkstraße)
  • Östliche Unterführung nach Frauenaurach (Main-Donau-Kanal)
  • Westliche Unterführung nach Bruck (Main-Donau-Kanal)

Entlang der Aurach

  • Brauhofgasse (Wiesenweg Kriegenbrunn)
  • Geh- und Radwege Pappenheimer Straße
  • Neuseser Straße (nördlich der Aurach)
  • Wege entlang der Bahnstrecke Neuses (südlich der Aurach)

Entlang der Schwabach

  • Geh- und Radwege Ritzerstraße (östlich und westlich, Richtung Bogenweg)
  • Zwischen Schronfeld und Löhestraße
  • Zwischen Schleifmühle und Bürgermeistersteg (Lewin-Poeschke-Anlage)
  • Zwischen Lautnerweg/Ebrardstraße 38 und Bürgermeistersteg
  • Palmstraße (Radunterführung östliche Ludwigsbrücke)
  • Zwischen Lammersstraße und Steg an der Bleiche
  • Bärengarten und Bleiche zwischen Schwabachanlage und Bleiche

Neue Regenfälle am Wochenende in Sicht

Der Deutsche Wetterdienst erwartet bis Freitagvormittag zunächst keine relevanten Niederschläge oder Schneeschmelze. Am Mittwoch bleibt es weitgehend trocken, am Donnerstag wird in Unter- und Oberfranken leichter Schneefall erwartet, während in Mittelfranken und der Oberpfalz Regen oder Schneeregen möglich ist.

In der Nacht zum Samstag sei jedoch aus Westen wieder mit milderer Luft und Regen zu rechnen. Am Wochenende könnten die leichten Ausuferungen nördlich der Donau daher erneut zunehmen, so der Hochwassernachrichtendienst.

Der Artikel wurde zuletzt am 20. Februar um 9.35 Uhr aktualisiert. Die Angaben zum Busverkehr wurden auf Basis neuer Informationen der Infra Fürth präzisiert.