
Nach dem vielversprechenden Auftakt beim 3:2-Heimerfolg über Elversberg ist der Club-Motor zuletzt merklich ins Stottern geraten. Aus den vergangenen drei Begegnungen sprang nur ein magerer Zähler heraus. Dabei waren die fränkischen Darbietungen zunächst noch durchaus ansprechend, zuletzt in Paderborn fehlte es dem Auftritt hingegen an Esprit.
Die Ausgangslage
Womöglich kann die viel beachtete Vertragsverlängerung mit Cheftrainer Miroslav Klose neuen Auftrieb verleihen. Dagegen dürften die Verantwortlichen beim Altmeister jedenfalls keine Einwände hervorbringen, stellt sich die tabellarische Situation doch zunehmend bedrohlich dar: Lediglich noch vier Punkte trennen die Nürnberger von Relegationsplatz 16.
Insofern sollte Rang zehn nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Club gegen den KSC durchaus unter Zugzwang steht. „Wir müssen die Punkte einfahren“, gab Klose auf der Pressekonferenz vor der Partie zu Protokoll und sprach von einem „wichtigen Heimspiel“. Angesichts der eigenen Heimstärke bei einer zugleich dürftigen Ausbeute in der Fremde würde den Franken ein Dreier gut zu Gesicht stehen.
Der Gegner
Sollte es dem Club gelingen, als Sieger vom Platz zu gehen, würde er den Karlsruher SC hinter sich lassen. Die Badener rangieren derzeit mit einem Zähler mehr auf Tabellenplatz neun. Allerdings ist beim Team von Cheftrainer Christian Eichner bereits seit Monaten ordentlich Sand im Getriebe: Nur eine der letzten zehn Begegnungen konnte der KSC für sich entscheiden. Zwischenzeitlich gingen fünf Partien in Folge verloren, wenngleich man sich zuletzt wieder etwas stabiler präsentierte - seit dem Jahreswechsel mussten sich die Karlsruher nur Eintracht Braunschweig geschlagen geben. „Ich bin keiner, der es schönredet. Trotzdem bin ich dazu da, dass wir es normal einschätzen. Wir dürfen nicht in Depression verfallen“, gibt sich Eichner kämpferisch.
Der Schlüssel
„Es wird entscheidend sein, dass wir noch mehr als sonst auf uns gucken“, erklärte Klose im Vorfeld des Heimauftritts. Damit liegt der FCN-Coach ganz richtig: zwar verfügt der KSC vereinzelt über Akteure, die den Unterschied ausmachen können, allen voran Fixpunkt Marvin Wanitzek, das gefestigtere Kollektiv jedoch sollte der Club aufbieten. Schaffen es die Nürnberger, das eigene Spiel aufzuziehen und Lösungen im Ballbesitz zu finden, dürften die Chancen auf Zählbares nicht schlecht stehen.
Gegen eine wohl tiefstehende Abwehrkette jedoch ist das leichter gesagt als getan. Dass diese allerdings sehr wohl verwundbar ist, zeigt ein Blick in die Statistik: Mit 37 Gegentoren stellen die Badener die drittschlechteste Hintermannschaft der Liga. Am anderen Ende des Feldes besticht der KSC derweil mit gnadenloser Effizienz. Während auch die reine Chancenqualität eher Richtung Tabellenkeller tendiert, liegen sie mit 30 Saisontoren im Zweitliga-Mittelfeld - und damit deutlich vor dem Club.
Das Personal
Verzichten müssen die Nürnberger auf die Dienste von Rafael Lubach und Finn Ole Becker. Das Mittelfeld-Duo fehlt gesperrt, wobei dies im Falle Lubachs auch noch für zwei weitere Partien Bestand hat. Insofern sieht sich Klose einmal mehr zum Umbau gezwungen. Wer für die beiden Strategen in die erste Elf rückt, ließ der 47-Jährige bewusst offen. Die Pole Position dürften Winter-Neuzugang Rabby Nzingoula und Tom Baack innehalten, während Bayern-Leihgabe Javier Fernandez noch nicht von Beginn an infrage kommt. Fabio Gruber dürfte nach seiner Gelbsperre in die Startformation zurückkehren. Für den Rechtsverteidiger-Posten könnte erneut Tim Janisch den Zuschlag erhalten, nachdem Hoffnungsträger Henri Koudossou nach seinem Bänderriss im Sprunggelenk noch Zeit benötigt.
Die Bilanz
Im Duell der Traditionsvereine fällt die Gesamtbilanz nahezu ausgeglichen aus. 67 Mal standen sich beide Altmeister bislang gegenüber, der Club hat mit 25 Siegen einen mehr auf dem Konto als die Karlsruher. Den bis dato letzten Erfolg konnten die Nürnberger vor knapp 13 Monaten einfahren, als Florian Flick spät zum viel umjubelten 2:1-Siegtor traf. Im Hinspiel hingegen behielt der KSC die Oberhand und setzte sich gegen couragierte Franken ebenfalls mit 2:1 durch.
Die Eckdaten
Anpfiff der Partie ist am Freitagabend um 18.30 Uhr. Der Club erwartet rund 30.000 Zuschauer im Max-Morlock-Stadion. Wer nicht live vor Ort ist, kann die Begegnung über den Pay-TV-Sender Sky verfolgen. Per Audio-Livestream übertragen zudem die Sportschau und das Fanradio des 1. FC Nürnberg das Aufeinandertreffen der beiden Traditionsvereine.