Nürnberg - Viele Nürnbergerinnen und Nürnberger wünschen sich Marken wie Primark, Bershka oder Uniqlo in die Innenstadt. Die Stadt will darauf reagieren und führt Gespräche - doch es gibt auch Hürden.

Die Nürnberger Innenstadt befindet sich im Wandel und das wird seit Jahren intensiv diskutiert - von Bürgerinnen und Bürgern, von Stadtplanern und von der Politik. Studien und Beteiligungsformate aus dem vergangenen Jahr zeigen: Besonders beim Shopping-Angebot sehen viele Menschen Nachholbedarf. Bemängelt werden etwa eine zu geringe Auswahl, fehlende Fachgeschäfte und bekannte Ketten. Doch welche Marken wünschen sich die Menschen konkret? Der Stab Innenstadt hat dazu nun ein paar Namen genannt.

„Wir wissen alle: Fast Fashion ist nicht besonders erstrebenswert. Aber es sind genau diese Marken, die sich viele wünschen“, sagt Wirtschaftsreferentin Andrea Heilmaier. „Primark ist ganz groß dabei, Bershka und Pull&Bear werden von vielen Jugendlichen vermisst, auch Uniqlo wird oft genannt.“

„Ich möchte, dass Primark nach Nürnberg kommt“

Im Rahmen der „Zukunftsinitiative Innenstadt“ befasst sich der Stab Innenstadt mit diesen Erwartungen. „Wenn bestimmte Wünsche immer wieder geäußert werden, müssen wir darauf reagieren. Wir gestalten die Innenstadt für die Nürnbergerinnen und Nürnberger“, so Heilmaier. Sie betont, dass sie eine Primark-Filiale in Nürnberg nicht nur für denkbar hält, sondern ausdrücklich befürwortet: „Ich möchte, dass Primark nach Nürnberg kommt, weil die anderen Geschäfte von der Frequenz profitieren. Mir ist vollkommen klar, was man mit Primark verbindet, aber es ist auf der Hitliste ganz oben.“

Der Stab Innenstadt ist deshalb in Kontakt mit Primark und anderen Ketten. Das Interesse von Expansionsleitern und Geschäftsführern, ins Nürnberger Zentrum zu kommen, sei oft da. Das Problem: Es fehlt schlicht der Platz für die Ladenbaukonzepte der großen Ketten. „Diese Marken suchen in der Regel ab 800 Quadratmetern bis zu 2000 Quadratmetern, und das ist im Moment schwierig“, sagt Monika Dönnhöfer vom Stab Innenstadt. Dabei spielt nicht nur die Fläche eine wichtige Rolle, sondern auch der Aufbau. Gefragt seien große, klar strukturierte Erdgeschossflächen mit breiten Fensterfronten. Internationale Ketten arbeiteten mit strikten Ladenbaukonzepten, die kaum Abweichungen erlaubten.

Warum die Breite Gasse vor allem Gastronomie anzieht

Zwar gibt es in der Innenstadt grundsätzlich größere Flächen, etwa in der Karolinenstraße. Dort herrscht jedoch Vollbelegung. In der Breiten Gasse existiert zwar einiger Leerstand, doch viele der dortigen Flächen sind zu klein oder baulich ungeeignet. „Das ist auch der Grund, warum sich in der Breiten Gasse so viel Gastronomie ansiedelt. Diese Betriebe kommen mit kleineren Flächen aus“, erklärt Heilmaier. Eine reine Gastromeile solle die Breite Gasse allerdings nicht werden, betont der Stab. Nur man könne den Eigentümern eben auch nicht vorschreiben, wie die Immobilien genutzt werden sollen.

Große Leerstände in der Breiten Gasse

Mindestens zwei große leerstehende Flächen gibt es dann aber doch in der Breiten Gasse. Das ehemalige Geschäft des Herrenausstatters Wormland umfasst rund 2000 Quadratmeter. Noch bis Ende April wird die Fläche für die Fotoausstellung „View From Above“ genutzt. Eine Verlängerung der Zwischennutzung ist denkbar. Zudem steht die frühere H&M-Fläche seit rund zwei Jahren leer. „Bei beiden Immobilien sind wir mit potenziellen Nutzern im Gespräch“, sagt Dönnhöfer. Ob es am Ende zu einer Einigung zwischen Eigentümern und Mietinteressenten kommt, sei jedoch offen.

Einer der Gründe für den langen Leerstand der früheren H&M-Fläche liegt laut Dönnhöfer im baulichen Aufbau: „Wir haben unterschiedliche Ebenen in dem Gebäude. Das sind zwei nebeneinanderliegende Objekte, die zu einem zusammengefasst wurden und dadurch einen Versatz haben. Das suchen die Unternehmen weniger, weil sie ihre Konzepte haben.“ Damit bleibt die Suche nach geeigneten Flächen eines der größten Hindernisse für neue bekannte Ketten in der Nürnberger Innenstadt - eine Herausforderung, die die Stadt auch in Zukunft weiter beschäftigen wird. Die Wünsche der Bevölkerung sind klar, das Interesse der Händler vorhanden.