
Da wo eigentlich Claudia Belzers Gesicht ist, lodern Flammen. Unbekannte haben am späten Sonntagabend (8. Februar) gegen 22.20 Uhr ein Wahlplakat der SPD-Politikerin und Landrats-Kandidatin in Brand gesteckt. Ein Foto zeigt das brennende Plakat. Der Vorfall ereignete sich in Adelsdorf (Landkreis Erlangen-Höchstadt) am Marktplatz. Die Feuerwehr spricht von einem Kleinbrand, der zügig abgelöscht werden konnte. Belzer selbst kommentiert unter einem Post der Feuerwehr in den Sozialen Medien „Danke, liebe Feuerwehr Adelsdorf, für euren Einsatz, der überhaupt nicht nötig sein sollte.“ Zurück bleiben Wut und Solidarität.
Ebenfalls in den Sozialen Medien meldet sich Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) zu Wort. Er schreibt, dass das Plakat der Politikerin angezündet wurde, „macht mich wütend“. Einschüchterung und Gewalt seien keine Mittel der politischen Auseinandersetzung. „Demokratie lebt vom Streit in der Sache - nicht vom Hass.“ In den Kommentaren unter dem Post häufen sich die Solidaritätsbekundungen - über die Parteigrenzen hinweg. „Bleib stark und standhaft“ ist dort zu lesen oder „Volle Solidarität gegen Hass und Gewalt.“ Belzer selbst spricht gegenüber nn.de von einem „traurigen Tiefpunkt“ im laufenden Wahlkampf.
Im Hintergrund laufen beim Polizeipräsidium Mittelfranken die Ermittlungen zu dem Fall. Wie ein Sprecher erklärt, handle es sich in dem vorliegenden Fall um Sachbeschädigung, nicht um Brandstiftung. Laut Strafgesetzbuch §303 drohen bei rechtswidriger Beschädigung oder Zerstörung einer fremden Sache eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahre oder eine Geldstrafe. Zu den genauen Hintergründen sei nichts bekannt, aber bei einem Übergriff auf ein Wahlplakat müsse man auch ein politisches Motiv in Betracht ziehen, so der Polizeisprecher. Die Kripo ermittelt.
Grundsätzlich komme es immer wieder vor, dass Wahlplakate während eines Wahlkampfes beschädigt, beschmiert, angezündet oder abgerissen werden. Zuverlässige Zahlen kann das Polizeipräsidium Mittelfranken hierzu allerdings nicht nennen. Es existiere eine relativ große Dunkelziffer, weil nicht alle Beschädigungen auch angezeigt würden. Zudem liefen die Anzeigen, wenn überhaupt, erst nach und nach bei den Dienststellen ein.
Parallel ist in den Sozialen Medien offenbar die Feuerwehr Adelsdorf selbst in den Fokus gerückt. Adelsdorfs Bürgermeister Karsten Fischkal (Freie Wähler) entschuldigt sich in einem Instagram-Post zunächst bei Belzer: „Ein solcher Vorfall entspricht in keiner Weise unserem Verständnis von respektvollem Miteinander in unserer Gemeinde.“ Dann wendet sich Fischkal an die Community. In den Sozialen Medien werde behauptet, die Feuerwehr Adelsdorf sei an dem Brand beteiligt gewesen. Fischkal spricht von unbegründeten und unfairen Vorwürfen.
Auch Claudia Belzer meldet sich zu den Vorwürfen nochmals zu Wort und erklärt: „Auch ich appelliere an die Social-Media-User, sachlich und fair zu bleiben.“ Die Kandidierenden der demokratischen Parteien würden sich auch so verhalten während des Wahlkampfes, es gäbe also keinen Grund für aufgeheizte Stimmung.
