
„Ich will nur fettes, rohes Fleisch – und zwar 24/7“, sagt Kristina Dunn in einem Video auf ihrem YouTube-Kanal „Miss Meat“. Die 24-Jährige setzt seit November 2023 auf Carnivore Diät, verzichtet auf Kohlenhydrate und pflanzliche Nahrung und lebt von Fleisch, Fisch und anderen tierischen Lebensmitteln. Ihre Fleischeslust zelebriert die US-Amerikanerin im Internet, gewährt auf YouTube Einblicke in ihren Alltag, ihre Lieblingsgerichte und die Vorzüge ihrer karnivoren Ernährung.
Die Videos zeigen Dunn etwa wie sie beherzt in ein blutiges Steak beißt, eine rohe Leber mit der Hand isst oder rohes Knochenmark löffelt und dabei verspricht: „Wenn ihr Honig darüber gebt, schmeckt das garantiert wie Eiscreme.“ Außerdem zeigt sie in einem Video ihre Gefriertruhe, die – gefüllt mit Steaks, Knochen und Fettstücken – stark an einen Schlachtbetrieb erinnert. Die Influencerin kaufte nach eigenen Angaben unter anderem das Fleisch einer halben Kuh für umgerechnet 2.500 Euro – man braucht ja genügend Vorrat.
Weil das Model Tiere liebt, bezieht sie das Fleisch von grasgefütterten Weiderinden von regionalen Landwirten. Seltsam. Auch vor zwei Jahren liebte die 24-Jährige bereits Tiere – und verzichtete gerade deshalb auf Fleisch und tierische Produkte. Denn: Das Model ernährte sich bis November 2023 vegan, kämpfte leidenschaftlich für eine Ernährung ohne Tierleid.
Warum vollzog die Fitness- und Mode-Influencerin also diesen radikalen Wandel? Gegenüber dem britischen Portal Need to know berichtete Dunn von Hautproblemen, stumpfen Haaren, einem aufgeblähten Bauch und massiven Verdauungsstörungen. „Es hat meinen Körper ruiniert. Ich hatte mit erheblichen Darmproblemen, Hormonstörungen und schwerer Akne zu kämpfen“, blickte sie auf diese Zeit zurück.
@misssmeatt ✨🤌🏼
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Und jetzt? Ist alles besser. Seit ihrer Ernährungsumstellung fühlt sich die 24-Jährige als „beste Version von mir selbst“ und sei nach eigenen Angaben gesünder als je zuvor: „Seitdem bin ich nicht mehr aufgebläht, habe so viel Energie und reine Haut. Ich bin von innen geheilt.“
Ein Vorteil und zahlreiche Nachteile
Während Kristina Dunn also von ausschließlich positiven Effekten berichtet, warnen Experten vor Karnivorer Diät. Laut der Gesundheitskasse AOK lassen sich zwar nur wenige medizinische Fragen einfach mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten, die Frage „Ist eine Carnivore Ernährung gesund?“ zählt aber zu diesem elitären Kreis. Die klare und unmissverständliche Antwort: „Nein, im Gegenteil. Eine fleischbetonte Ernährung ohne pflanzliche Anteile stellt eine Mangelernährung dar. Wer sich langfristig karnivor ernährt, riskiert eine Vielzahl ernährungsbedingter schwerer Erkrankungen.“
Als einzigen Pluspunkt nennt die Kasse den Verzicht auf gezuckerte Softdrinks oder hochverarbeitete Fertigprodukte. Die Nachteile überwiegen aber deutlich: Der übermäßige Verzehr von tierischen Fetten, welche aus überwiegend gesättigten Fettsäuren bestehen, erhöht beispielsweise die Blutfettwerte und den LDL-Spiegel im Blut. Dadurch steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes.
Zugleich fehlen der fleischbetonten Ernährung Vitamine und Mineralstoffe, welche nur in pflanzlicher Nahrung vorkommen. Selbiges gilt laut der AOK auch für Ballaststoffe. Damit fördert eine Carnivore Diät die Darmgesundheit. Insgesamt kommt die Gesundheitskasse zu einem unmissverständlichen Fazit: „Eine karnivore Diät ist niemals eine Langzeitoption.“
