
Die Gewerkschaft ver.di und die Arbeitgeber im öffentlichen Nahverkehr verhandeln derzeit über Lohn und Arbeitszeit. Die Gespräche laufen nicht gut. Um den Druck auf die Arbeitgeber-Seite zu erhöhen, ruft ver.di am heutigen Mittwoch (11. Februar) zum ganztägigen Warnstreik auf. Was bedeutet das für Pendler in Nürnberg und in der Region? Denn trotz Streik müssen Schüler und Arbeitnehmer an ihre jeweiligen Einsatzorte gelangen.
Es ist bereits der zweite große Streik in der aktuellen Tarifrunde. Ein bisschen wissen die Menschen also schon, worauf sie sich einstellen müssen. Die VAG teilt mit, dass die Arbeitsniederlegung am Mittwoch um 4 Uhr beginnt. Den ganzen Tag über fahren keine U-Bahnen. Auch das reguläre Angebot an Tram-Linien kann nicht bedient werden. Der reguläre Busfahrplan entfällt ebenso.
Damit Menschen in Nürnberg am Mittwoch dennoch die Möglichkeit haben, von A nach B zu gelangen, gibt es ein eingeschränktes Angebot an Busfahrten. Laut VAG fahren die Busse auf Basis des NightLiner-Netzes. Bedient werden können insgesamt 16 Linien. Diese fahren sternförmig von Hauptbahnhof in alle Richtungen weg. Die ersten Fahren starten am Mittwoch um 5 Uhr in der Früh. Bis circa 20.30 Uhr sollen die Linien jeweils zur halben und zur vollen Stunde am Hauptbahnhof wegfahren. Ab 20.30 Uhr erfolgen die Abfahrten dann noch im Stunden-Takt. Ebenso nach Normalfahrplan verkehren die Buslinien 82 und 83 (lediglich die Fahren um 7.19 Uhr und um 7.39 Uhr entfallen). Ab Donnerstag soll der Verkehr dann wieder wie gewohnt fließen.
Nicht vom Streik betroffen sind Strecken, die von der Deutschen Bahn betrieben werden. Die S-Bahn-Linien fahren also nach regulärem Fahrplan.
Auch Fürth und Bayreuth betroffen
Der Blick auf die Region zeigt rund um Nürnberg nur vereinzelte Einschränkungen für Pendlerinnen und Pendler. Für Fürth selbst gibt es nach Auskunft der infra keinen Aufruf zum Warnstreik, betroffen ist die Kleeblattstadt dennoch. Die U1 wird von der VAG betrieben und entfällt. Das heißt, die Kleeblattstadt ist nicht an Nürnberg angebunden. Ebenso betroffen sind die Bus-Linien 37, 39 und 67, die ebenfalls aus Nürnberg heraus von der VAG betrieben werden. Die Linie N9 fährt von Nürnberg aus ersatzweise im Halbstunden-Takt nach Fürth, endet allerdings am Rathaus.
Weit größere Auswirkungen hat der Streik auf Pendelnde in Bayreuth. Dort hat die Arbeitsniederlegung bereits am Dienstag begonnen. Mit Hilfe von Partnerunternehmen könne ein Grundangebot auf vielen Linien aufrecht erhalten werden. Dennoch müssten Pendler und Pendlerinnen mit Verzögerungen und einer hohen Auslastung rechnen. Welche Linien fahren haben die Stadtwerke Bayreuth hier zusammengestellt.
Wer den Streik-Auswirkungen mit dem Auto ausweichen will, der sollte vor allem eines mitbringen: Zeit. Der ADAC rechnet mit deutlich mehr Verkehr und spürbaren Verzögerungen vor allem im Berufsverkehr.
Streik im Nahverkehr am Mittwoch: Das gilt für Schüler und Arbeitnehmer
Schon beim vergangenen Warnstreik am 2. Februar stellte das bayerische Kultusministerium klar, der Unterricht werde regulär stattfinden. Sollte es Schülern und Schülerinnen wegen ausfallender Busverbindungen und fehlender anderweitiger Fahrtmöglichkeiten nicht möglich sein die Schule zu erreichen, könnten sie in Einzelfällen dem Präsenzunterricht fernbleiben. Die Schule müsse darüber aber informiert werden.
Auch Arbeitnehmer sind grundsätzlich trotz Streik verpflichtet an ihrer Arbeitsstätte zu erscheinen, sofern der Arbeitgeber kein Home Office ermöglicht. Arbeitnehmer tragen das sogenannte Wegerisiko und damit die Verantwortung dafür, pünktlich am Einsatzort zu erscheinen - egal ob Warnstreik ist oder die Straßen von Glatteis überzogen sind.
Wer nicht bei der Arbeit erscheint, muss mit entsprechenden Konsequenzen, zum Beispiel mit Gehaltsausfall, rechnen. Natürlich kann man versuchen, anderweitige Absprachen mit seinem Arbeitgeber zu treffen.
