
Wo bis vor kurzem noch Schoko-Weihnachtsmänner und Osterhasen über die Produktionsbänder sausten, herrscht bald Stillstand: Der Lebensmittelproduzent Riegelein wird nach jahrzehntelanger Süßwarenherstellung seinen Standort in Cadolzburg (Landkreis Fürth) für immer schließen.
Die „Gubor Schokoladen GmbH“, zu der Riegelein gehört, hatte bereits im vergangenen Oktober angekündigt, das Werk in Mittelfranken aufzugeben und die Fertigung an andere Standorte, unter anderem in Polen, zu verlagern.
127 Beschäftigte von Schließung in Cadolzburg betroffen
Nun gibt es genauere Informationen des Unternehmens: Die Produktion am Standort Cadolzburg wird zum 30. April 2026 eingestellt. Das Lager in Forchheim bleibt bis zum Auslaufen des Mietvertrags am 30. Juni 2027 in Betrieb. In Cadolzburg bleibt jedoch ein Service-Standort erhalten, zu dem Bereiche wie Marketing, Einkauf, Vertrieb und IT gehören. Von den 200 Beschäftigten vor Ort, sind dennoch 127 direkt von der Teilschließung betroffen. „Gubor“ verkündete am Donnerstag, 5. Februar, in einer Pressemitteilung, dass sich die Geschäftsführung und der Betriebsrat von Riegelein auf einen Interessenausgleich sowie einen Sozialplan geeinigt hätten.
Abfindung oder Standortwechsel
Laut dem Unternehmen beinhaltet dieser Sozialplan vor allem Abfindungsregelungen für die von der Schließung betroffenen Beschäftigten sowie Angebote für einen Wechsel an andere Standorte der Unternehmensgruppe. In Deutschland hat Riegelein weitere Niederlassungen in Dettingen/Teck (Baden‑Württemberg), Borken‑Weseke (Nordrhein‑Westfalen) und Wernigerode (Sachsen‑Anhalt). International ist die Firma in Paris und im polnischen Tuchola vertreten.
Steigende Kosten und sinkende Nachfrage
Schon seit einiger Zeit kämpfte Riegelein mit steigenden Kosten und sinkender Nachfrage. Bereits im Oktober verkündete die Konzernleitung, dass einzelne Produktionslinien nur noch unregelmäßig ausgelastet seien und es so zu Leerlaufzeiten käme. Dadurch entstünden höhere Fixkosten und eine niedrigere Wettbewerbsfähigkeit mit internationalen Konkurrenten. „Eine Markterholung ist derzeit nicht absehbar. Infolgedessen müssen wir die Produktionskapazitäten unserer Unternehmensgruppe den Markterfordernissen anpassen“, erklärte „Gubor“-Chef Claus Cersovsky im Herbst.
Über die Firma Riegelein
Einst im Jahre 1953 von Hans Riegelein gegründet, wurde aus der Firma in Cadolzburg ein führendes Unternehmen in Sachen Schokolade in Europa. Laut eigenen Angaben exportiert man in 50 verschiedene Länder. 2019 wurde die Firma mit dem einstigen Konkurrenten Gubor/Rübezahl in der Gubor-Gruppe zusammengeschlossen. Insgesamt sind hier rund 1700 Angestellte beschäftigt. Mit rund 40.000 Tonnen Süßigkeiten wurde zuletzt ein Umsatz von rund 350 Millionen Euro erwirtschaftet.
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