Cadolzburg - Es ist ein Schock für die 200 Angestellten: Ein Werk bei Fürth macht dicht. Zudem soll ein weiterer Standort in Franken schon bald geschlossen werden.

Sie haben das ganze Jahr über, aber vor allem rund um die Weihnachtszeit Hochkonjunktur: Betriebe und Unternehmen, die sich der Produktion von Schokolade verschrieben haben. Das Riegelein-Werk in Cadolzburg im Landkreis Fürth steht nun aber offenbar überraschend kurz vor dem Aus.

Auf Nachfrage von bild.de erklärt Dieter Schäfer, Sprecher der Gubor-Gruppe (zu der auch Riegelein gehört), folgendes: „Das Werk in Cadolzburg wird schließen, voraussichtlich im April 2026“. Diese Aussage bedeutet auch: Davon sind dann rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter direkt betroffen.

In diesem Zusammenhang gaben die Verantwortlichen weiter an, dass die Nachfrage von Schokolade, die in Supermärkten oder Discountern angeboten und verkauft wird, in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen sei. Das sei auch am Standort in Cadolzburg so der Fall gewesen. Den Trend hier verfolge man an diesem Standort bereits seit vier Jahren. Gleichzeitig würden die Produktionskosten jedoch deutlich ansteigen.

Von dem Einschnitt ist offenbar aber mindestens ein weiterer Standort in Franken betroffen: So soll auch das Riegelein-Werk in Forchheim mit Auslaufen des aktuellen Mietvertrages Ende Juni 2027 dicht gemacht werden. Die Produktion soll dann an andere Standorte der Gruppe verlagert werden.

Schokoladen-Fabrik in Fürth macht dicht: 200 Angestellte betroffen

Was das für die Angestellten bedeutet, ist aktuell noch unklar. Fakt ist aber wohl schon jetzt: Ohne Kündigungen wird es wohl nicht gehen. „Wir werden zeitnah und offen mit dem Betriebsrat über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan verhandeln“, heißt es von Seiten der Verantwortlichen hierzu weiter. Immerhin: So sollen Einkauf, Marketing, Vertrieb und IT weiter in Cadolzburg angesiedelt bleiben.

Einst im Jahre 1953 von Hans Riegelein gegründet, wurde aus der Firma von Cadolzburg aus ein führendes Unternehmen in Sachen Schokolade in Europa. Laut eigenen Angaben exportiert man in 50 verschiedene Länder.

Seit 2019 ist das Unternehmen mit dem vorherigen Konkurrenten Gubor/Rübezahl in der Gubor-Gruppe zusammengeschlossen worden. Insgesamt sind hier rund 1700 Angestellte beschäftigt. Mit rund 40.000 Tonnen Süßigkeiten wurde zuletzt ein Umsatz von rund 350 Millionen Euro erwirtschaftet.