Hat Yai - Einst ein Magnet für Touristen, jetzt herrscht Flaute: Nach der verheerenden Flutkatastrophe Ende vergangenen Jahres kämpft ein Ausflugsort in Thailand mit den Folgen. Hotels bleiben leer, Betriebe hoffen auf Hilfe.

Bangkok, Phuket oder Koh Samui stehen bei Thailand-Reisen meist ganz oben auf der Liste. Ein kleiner touristischer Geheimtipp ist dagegen noch Hat Yai, die viertgrößte Stadt des Landes im Süden Thailands. Sie liegt in der Provinz Songkhla, rund 950 Kilometer von Bangkok entfernt - und nur etwa 50 Kilometer von der Grenze zu Malaysia.

Hat Yai gilt als Einkaufs-, Genuss- und Kulturzentrum der Region und zieht vor allem Besucher aus dem Nachbarland an. Wer hierher reist, erlebt weniger Strandurlaub, dafür umso mehr urbanes, authentisches Thailand, aber eben eher abseits der klassischen Routen. Doch seit der Flutkatastrophe Ende November 2025 steckt die Stadt in einer schweren Krise.

Monsun und wochenlanges Hochwasser

Auslöser waren außergewöhnlich starke Monsunregenfälle, die große Teile Südthailands überflutet hatten. Die Region wurde zeitweise sogar zum Katastrophengebiet erklärt, Millionen Menschen waren betroffen, wie auch die Tagesschau in einem Bericht Ende Novemver vermeldete. Besonders schwer traf es auch die Stadt Hat Yai.

Der Klimawandel- und Katastrophenexperte Seree Supratid warnte damals gegenüber der Bangkok Post , es könne „Wochen dauern, bis sich die Wassermassen aus dem besonders schlimm betroffenen Bezirk Hat Yai an der Grenze zu Malaysia wieder zurückziehen“.

Zwar ist das Wasser mittlerweile verschwunden, doch die wirtschaftlichen Folgen sind weiterhin deutlich spürbar.

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Im November letzten Jahres hat ein starker Monsunregen Teile Südostasiens unter Wasser gesetzt. Die Stadt und die Region um Hat Yai hat es besonders stark getroffen, nun leidet der Tourismus. © IMAGO/Sun Weitong/IMAGO/Xinhua

„Das Geschäft liegt derzeit im Koma“: Touristen-Ort in Thailand kämpft mit Flaute

Vor allem die Hotellerie leidet. Die Buchungszahlen bleiben deutlich unter dem früheren Niveau, selbst während sonst starker Reisezeiten. Viele potenzielle Gäste würden zögern, da das Vertrauen in die Sicherheit der Region noch nicht zurückgekehrt sei, vermeldet nun Der Farang, eine bekannte deutschsprachige Zeitung in Thailand.

„Das Geschäft liegt derzeit im Koma“, sagte Sitthipong Sitthiphataraprabha, Präsident des Hotelverbands Hat Yai–Songkhla, Mitte Januar im Interview mit dem Radiosender FM 101. Besonders enttäuschend sei die Auslastung rund um den Jahreswechsel gewesen.

Die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für Hat Yai ist enorm. Laut Angaben der südlichen Regionalstelle der Bank of Thailand erwirtschaftete die Stadt im Jahr 2024 Einnahmen von fast 30 Milliarden Baht durch 3,5 Millionen ausländische Besucher. Rund 91 Prozent dieser Gäste reisten aus Malaysia an. Gerade diese Hauptzielgruppe bleibt nun vielfach aus mit spürbaren Folgen für Hotels, Gastronomie und Handel.

Hotels in Hat Yai in der Krise: Rufe nach Hilfe

Der Hotelverband fordert daher zusätzliche staatliche Unterstützung für betroffene Betriebe, wie Der Farang vermeldet. Viele Unternehmen seien weiterhin auf finanzielle Hilfe angewiesen. Der Hotelverband appelliert daher eindringlich an die Politik. Sitthipong forderte sowohl die derzeitige als auch die kommende Regierung auf, finanzielle Hilfsprogramme auszuweiten. Zahlreiche Betriebe seien weiterhin auf Unterstützung angewiesen, um laufende Kosten zu decken und Arbeitsplätze zu sichern.

Gleichzeitig wächst der Druck, langfristige Schutzmaßnahmen umzusetzen wie verbesserten Hochwasserschutz oder moderne Entwässerungssysteme, so das Blatt.