Nürnberg, Kyoto - Japan ist als Reiseziel beliebt. 2025 knackte die Inselnation ihren eigenen Besucherrekord. Die Kassen klingeln - doch gleichzeitig wächst der Frust bei vielen Einheimischen. Jetzt zieht Japan deshalb eine Konsequenz.

Beeindruckende Landschaft, große Städte, viel Kultur: Japan hat einiges zu bieten. Jährlich zieht das Land Reisende aus aller Welt an. Im vergangenen Jahr knackte die Inselnation so seinen eigenen Besucherrekord. Zum ersten Mal wurde die 40 Millionen Marke übertroffen. Laut der Japan Tourism Agency empfing das Land 2025 gut 42,7 Millionen ausländische Touristen - und diese bringen Geld mit. Wie Sumikai, ein Online-Magazin, das auf Themen rund um Japan spezialisiert ist, berichtet, beliefen sich die Tourismuseinnahmen im Jahr 2025 auf insgesamt 9,5 Billionen Yen. Das entspricht etwa 55 Milliarden Euro und ist ebenfalls ein historischer Rekord für Japan. Doch gleichzeitig wächst der Frust bei vielen Einheimischen. Unter anderem Kyoto ist chronisch überfüllt. Jetzt reagiert dass japanische Innenministerium darauf.

Ab dem 1. März 2026 gibt es in Kyoto eine neue Übernachtungssteuer. Wie unter anderem focus.de berichtet, hatte die Stadt die Erhöhung bereits im März 2025 beschlossen, nun hat auch das japanische Innenministerium zugestimmt. Künftig müssen Touristen demnach in Hotels in der einstigen japanischen Hauptstadt je nach Übernachtungspreis gestaffelte Beträge zahlen. Wer unter etwa 35 Euro pro Nacht übernachtet, zahlt weiter knapp einen Euro Abgabe. Doch je teuer das Hotel, desto höher die Steuer. Bei Unterkünften mit mehr als umgerechnet rund 580 Euro pro Nacht gilt künftig der neue Höchstsatz von rund 58 Euro.

Schon 2018 hatte Kyoto laut Sumikai als erste Großstadt Japans eine Übernachtungssteuer eingeführt. Mit der genehmigten Reform hebt die Stadt ihre Abgabe jetzt auf ein Niveau, dass es in Japan bisher nicht gab. Wie Sumikai berichtet, liegt die Steuer in Tokyo weiterhin bei rund einem Euro und in Kanazawa bei gut drei Euro.

Mit den so womöglich steigenden Steuereinnahmen soll sich der japanische Haushalt von 5,9 Milliarden Yen (ca. 34 Millionen Euro) im Haushaltsjahr 2025 auf 12,6 Milliarden Yen (ca. 73 Millionen Euro) mehr als verdoppeln. Sumikai zufolge plant Japan die Mitteln für den Erhalt historischer Stätten, den Ausbau öffentlicher Einrichtungen, für digitale Systeme zur Besucherlenkung sowie den Katastrophenschutz einzusetzen.

Außerdem sollen Touristen durch die neue Übernachtungssteuer mehr Verantwortung übernehmen und so auch die Finanzierung der Infrastruktur abzusichern. Doch nicht alle blicken positiv auf die erhöhte Übernachtungssteuer: Hotel- und Ryokan-Verbände etwa befürchten laut Sumikai, dass internationale Touristen abgeschreckt werden und auf günstigere Nachbarstädte ausweichen könnten.

Das Innenministerium wiederum sehe Kyoto mit der Genehmigung als Vorreiter, der Modellcharakter für andere Kommunen haben könnte, berichtet das Japan-Magazin Sumikai. So will unter anderem auch die Stadt Koya gegen sogenannten „Übertourismus“ vorgehen und laut Sumikai ab 2028 eine Sondersteuer für Urlauber einführen. Wer eine Japan-Reise plant muss also womöglich bald noch tiefer in die Tasche greifen.

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