
Für die Spielvereinigung sind die im Fußball viel zitierten Wochen der Wahrheit angebrochen. Zwei wichtige Spiele gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf hat die Mannschaft von Cheftrainer Heiko Vogel zuletzt bereits verloren, in den kommenden Wochen stehen weitere richtungsweisende Duelle gegen Eintracht Braunschweig, Holstein Kiel, den 1. FC Magdeburg und Arminia Bielefeld an. Auch wenn die Saison noch lang ist: Bereits Ende Februar dürfte weitestgehend Klarheit darüber herrschen, wie gut die Chancen des Kleeblatts auf ein weiteres Jahr in der 2. Bundesliga stehen.
Wie prekär sich die Situation für den Verein darstellt, hat nun offenbar auch der Aufsichtsrat erkannt und am Montagabend eine außerordentliche Sitzung einberufen. Anlass dafür war die jüngste Niederlage bei Dynamo Dresden. Am Dienstagabend hat die Spielvereinigung eine Mitteilung von Peter Köhr und Volker Heißmann im Namen des Aufsichtsrates beziehungsweise des Präsidiums veröffentlicht. Demnach ging es bei der Sitzung „nicht allein um die Niederlage, sondern um die Art und Weise wie sich unsere Mannschaft in Dresden präsentiert hat. Nach dem Trainerwechsel und der Vorbereitungszeit auf die Rückrunde haben wir alle einen herben Rückschlag erlebt.“
„Es geht nicht nur um den Klassenerhalt“
Dieser Auftritt, gepaart mit der Tabellensituation - bereits fünf Punkte beträgt der Abstand auf Rang 15, dazu hat das Kleeblatt die mit Abstand schlechteste Tordifferenz aller Abstiegskandidaten - ließ bei den Vereinsgremien offenbar die Alarmglocken schrillen. So klar wie selten in der jüngeren Vergangenheit äußern sich Aufsichtsrat und Präsidium zur Gesamtlage, in der sich der Verein befindet: „Wir alle wissen, es geht nicht nur um den Klassenerhalt. Für den Verein geht es um vielmehr.“
Im gleichen Atemzug stellten sie eine deutliche Forderung an die Mannschaft: „Wir erwarten von der Mannschaft am Samstag und in den restlichen Spielen ein anderes Gesicht. Jeder einzelne Spieler und die Mannschaft als Ganzes sind spätestens jetzt gefordert. Wir erwarten Leidenschaft, Hingabe, Kampfbereitschaft, die notwendige Konzentration und Härte, um Grenzen zu verschieben, Siegeswillen, Körpersprache und Herz.“
Kritik an sportlicher Führung - keine personellen Konsequenzen
Offene Kritik üben Aufsichtsrat und Präsidium auch an den sportlichen Verantwortlichen: „Es steht außer Frage, dass die Qualität des Kaders nicht richtig eingeschätzt wurde.“ Gleichzeitig schürt das Statement Hoffnung auf dringend benötigte Neuzugänge: „Die sportliche Führung hat seit der Winterpause das grüne Licht, Verstärkungen zu finden und zu verpflichten, die dem Team wieder die dringend notwendige Stabilität geben.“
Personelle Konsequenzen aus der sportlichen Misere sind indes nicht zu erwarten: „Wir stehen zum Trainerteam, und zu den sportlichen Verantwortlichen und dem Geschäftsführer“, heißt es. Die öffentliche Rückendeckung für Sportdirektor Stephan Fürstner und Geschäftsführer Holger Schwiewagner geht einher mit einer Forderung: So müssten die Verantwortlichen „die Voraussetzungen schaffen, dass die Mannschaft im Spiel das umsetzt, worauf es ankommt, um Spiele zu gewinnen. Ein weiter so darf es nicht geben.“
