Memmingen, Nürnberg - Zuletzt hieß es von Ryanair, dass eine beachtliche Anzahl an Flügen in Deutschland gestrichen werde. Nun folgt die 180-Grad-Wende der Airline. Was der Grund dafür ist und welche Flughäfen profitieren könnten.

Erst im Oktober vergangenen Jahres verkündeten diverse Medien, darunter auch nordbayern.de, eine schlechte Nachricht für Flugreisende: Die irische Billig-Airline Ryanair, so hieß es damals, streiche 30 Prozent aller Flüge in Deutschland. Angekündigt waren Streichungen für die Monate November und Dezember. Besonders hart treffen sollte es unter anderem den Flughafen in Memmingen. Grund war ein Streit der Airline mit der Bundesregierung um Standortkosten. Ryanair hatte eine Senkung von Steuer und Gebühren gefordert. Die Änderungen in den Flugplänen sollten wohl auch dazu dienen, den Druck auf die Politik zu erhöhen, und das zeigte offenbar Wirkung.

Wie der Fluganbieter in einer Mitteilung vom 15. Januar bekannt gibt, sollen 300.000 Sitzplätze im Sommer 2026 in Deutschland wieder eingeführt werden. Zudem will Ryanair elf Verbindungen neu aufnehmen. In der Begründung des Unternehmens heißt es: „Die deutsche Regierung [hat] die vernünftige Entscheidung getroffen, die überhöhte Luftverkehrssteuer ab Juli 2026 zu senken und die Flugsicherungsgebühren einzufrieren.“ Weiter teilt das Unternehmen mit: „Dieser sinnvolle Kurswechsel der deutschen Regierung ermöglicht es Ryanair, einen Teil seiner Kapazitätskürzungen für den Sommer 2026 rückgängig zu machen.“

Profitieren soll unter anderem der Flughafen Memmingen, der proaktiv mit Ryanair zusammengearbeitet habe, um Kosten zu senken. Im Oktober hieß es noch, Memmingen sei in Sachen Kapazitätskürzungen unter den Verlierern.

Dennoch, so die Billig-Airline weiter, werden die Kapazitäten im laufenden Jahr hinter denen von 2025 zurückbleiben. Das liege an Flughäfen, wie Berlin und Hamburg, bei denen es weiterhin zu Kürzungen komme, weil sie es laut der Airline „ablehnen, ihre überhöhten und wettbewerbsunfähigen Flughafengebühren zu senken“.

Wie sich die Erhöhung der Sitzplatzkapazitäten genau in den Flugplänen niederschlägt, dazu macht Ryanair derzeit keine Angaben und verweist auf die Sommerflugpläne, die in den kommenden Wochen veröffentlicht werden sollen. Dementsprechend lässt sich aktuell auch noch nicht abschätzen, welche Änderungen sich für den Flughafen in Nürnberg ergeben werden.