
Es ist ein überdimensional großes Plakat, mitten in Nürnberg. Mindestens so großes Aufsehen hat es in Windeseile auch quer durch das Stadtgebiet und im Netz erhalten. Auf dem Plakat zu sehen: Nasser Ahmed, SPD-Politiker aus Nürnberg. Neben dem XXL-Portraitfoto steht dort auch geschrieben: „Mein N-Wort ist Nürnberg“.
Ein Satz, der immer, aber vor allem in der Stadt der Menschenrechte für Aufsehen sorgen wird. Das dürfte dem Politiker natürlich klar gewesen sein. Und die angesprochenen Reaktionen, sie hatten nicht lange auf sich warten lassen. „Soll das gute Politik sein?“, „Ist das witzig?“, „Das geht gar nicht“, „Das ist nicht euer Ernst?!“, „Man kann doch nicht ernsthaft denken, dass das gut ankommt?“ – nur ein kleiner Auszug von über 500 Kommentaren. Alleine auf der Meta-Plattform Instagram.
Auch in anderen Kommentarspalten war das Plakat direkt Thema. So setzte sich mit „ichbinginapunkt“ auch eine Influencerin mit dem Thema auseinander, die in ihren Clips auf Instagram immer wieder das Thema Rassismus in die Mitte der Gesellschaft rückt. Das kritische Video kommt Stand jetzt (Montagabend, 19. Januar 2026) auf über 17.000 Likes und 300 Kommentare. Gina selbst folgen alleine auf Instagram über 174.000 Menschen.
Aufregung in Nürnberg: Nasser Ahmed sorgt mit SPD für Diskussionen wegen Plakat
Tenor hier unter anderem: Die Aktion würde alte Wunden, die das „N-Wort“ mit sich bringe, einmal mehr aufreißen. Im Gespräch mit nordbayern.de hat sich Nasser Ahmed nun auch noch einmal ausführlicher zu Wort gemeldet. „Auch ich bin ein Mensch mit Migrationshintergrund. Ich bin schwarz. Und ja, ich weiß, was das N-Wort bedeutet – in seiner rassistischen Verwendung. Aber ich lasse nicht zu, dass meine Identität durch Ausgrenzung definiert wird. Meine Identität wird durch meine Heimat definiert: Nürnberg. Das ist mein N-Wort. Die Botschaft auf dem Plakat ist eigentlich: Ich stehe für ein Nürnberg der Chancen“. Reaktionen von vor Ort, aber auch aus dem Netz hätten ihm zudem gezeigt, dass die Mehrheit der Personen es auch genauso verstanden hätte, ergänzt der Politiker hierzu noch.
Er habe sich – so der Ahmed weiter – die Kritik, die vor allem überregional zentriert sei, bewusst durchgelesen. Zudem sei er auf viele Kommentare eingegangen. In der Tat: Unter vielen Kommentaren antwortete Ahmed persönlich zu den Vorwürfen. Er habe „natürlich Verständnis“, dass bei dem Begriff wegen eigener schlimmer Erfahrungen ein gewisses „Störgefühl“ aufkommen könne. „Unterm Strich stehe ich aber zum Plakat.“
Abseits davon ist der Wahlkampf in Nürnberg in die heiße Phase abgebogen. Erst vor wenigen Wochen lieferte sich Ahmed unter anderem ein verbales Duell mit Oberbürgermeister Marcus König via Instagram. Alle Einzelheiten zu diesem Fall haben wir in diesem Artikel hier noch einmal für Sie zusammengetragen:
