
Wer kennt es nicht? Zum Jahreswechsel kommt die ganze Familie zu Besuch, deshalb wird kurz vorher nochmal die Waschmaschine angeschmissen und das Haus aufgeräumt.
Doch Vorsicht, ein alter Brauch besagt: Wer zwischen Weihnachten und Neujahr seine Wäsche wäscht und diese insbesondere aufhängt, holt sich den Tod ins Haus. Aber woher stammt dieser Aberglaube überhaupt?
Rauhnächte 2025: Was steckt hinter dem Aberglauben?
Die Nächte um den Jahreswechsel herum zählen zu den längsten des Jahres. In zahlreichen Regionen Europas werden sie als Rauhnächte bezeichnet. Häufig sind damit die zwölf Tage zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar gemeint. Der Begriff „Rauhnacht“ stammt vermutlich von Rauchnacht. Traditionell wurden in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr Häuser und Ställe mit Weihrauch ausgeräuchert, um sich vor bösen Geistern zu schützen. Der Aberglaube besagt nämlich, dass sich in dieser Zeit das Geisterreich öffnet und die Grenzen zwischen dem Jenseits und Diesseits miteinander verschwimmen.
Vorsicht vor den „wilden Reitern“
Während der Rauhnächte sind laut dem alten Brauchtum auch die sogenannten „wilden Reiter“ unterwegs. Das sind im Aberglauben ruhelose, oft verfluchte Seelen, die nun als Geister oder Dämonen, nachts am Himmel oder durch Wälder reiten. Der Mythos besagt, sie würden die aufgehängten Leinentücher klauen und im Folgejahr als Leichentuch zurückbringen. Das heißt: Ein Familienmitglied könnte ums Leben kommen.
Warum Frauen keine weiße Wäsche aufhängen sollten
Eine andere Erzählung besagt, dass sich die Geister in der aufgehängten Wasche verfangen und ihren Zorn darüber an den Familien auslassen könnten. Deshalb sollte nicht nur keine Wäsche gewaschen werden, sondern die Wäscheleine komplett abgenommen werden zwischen den Jahren. Darüber hinaus soll eine besondere Gefahr für Frauen bestehen: Hängen sie weiße Wäsche auf, könnten die Geister angelockt werden und über sie herfallen, so der Glaube.
Entschleunigung als Tradition zu Weihnachten
Es gibt aber auch eine praktischere Herleitung, warum zwischen Weihnachten und Neujahr traditionell keine Wäsche gewaschen wurde. Früher galten die Tage zwischen den Jahren als Zeit der Ruhe und Besinnung. Da das Waschen von Kleidung ohne Waschmaschine und Trockner äußerst mühsam und zeitaufwendig war, verzichtete man bewusst auf diese Arbeit. Der Brauch diente somit der Entschleunigung und brachte den Menschen eine kleine Auszeit von ihrem anstrengenden Alltag.
Weniger Waschen ist gut für die Umwelt
Unabhängig davon, ob man den überlieferten Mythen Glauben schenkt oder nicht, kann es wohltuend sein, die Wäsche rund um den Jahreswechsel einfach einmal liegenzulassen. Nutzen Sie diese Zeit lieber, um die besinnlichen Tage mit Ihrer Familie zu genießen – die Waschmaschine läuft auch noch in ein paar Tagen. Ganz nebenbei tut man damit sogar der Umwelt etwas Gutes, denn weniger Waschgänge mit dafür volleren Trommeln sparen Energie und Ressourcen.



