Lübeck - Sicherheitskonzepte für Weihnachtsmärkte sind wichtig, doch mitunter treiben die Bemühungen kuriose Blüten. Nun zieht ein Markt im Norden den Spott auf sich. Was ein Blitzer und eine „rasende Oma“ damit zu tun haben.

Zuletzt sorgte der Augsburger Weihnachtsmarkt für Erstaunen und Lacher im Netz. Ein aufwendiges Sicherheitskonzept macht es nötig, dass über 60 Mal pro Stunde Poller von rechts nach links gerückt werden. So soll einerseits der Markt geschützt werden und andererseits die Straßenbahn weiterhin passieren können. Nun zieht ein weiterer Weihnachtsmarkt in Deutschland den Spot der Netzgemeinschaft auf sich.

Auch in Lübeck geht es dabei um Sicherheit. Während des Weihnachtsmarktes ist eine Zufahrtsstraße durch das Burgtor zur Altstadt täglich von 10.30 Uhr bis 22 Uhr für Autos gesperrt. Um dies durchzusetzen und zu kontrollieren, setzt die Stadt eine Radarfalle ein. Der Blitzer gehört zum Sicherheitskonzept - und er ist äußerst fleißig, sehr zum Ärgernis oder zur Erheiterung der Netzgemeinde. Nicht einmal Fußgänger sind sicher.

Wie eine Stadtsprecherin gegenüber der Tagesschau erläutert, misst der Blitzer nämlich nicht einen bestimmten Geschwindigkeitsgrenzwert, sondern jede Durchfahrt. Deshalb werden auch Radfahrer oder E-Scooter geblitzt. Selbst Fußgänger, die zügig gehen, haben es schon zu einem Schnappschuss geschafft. Laut Bild haben Passanten sogar schon einen Oldtimer an der Radarfalle vorbeigeschoben. Der Blitzer löste aus.

Im Netz ist der Spott groß. Unter einem Social Media Post mutmaßen User, dass es der Stadt um eine Einnahmequelle gehe, wittern gar Abzocke: „Wenn die nicht wollen, dass jemand die Zufahrt benutzt, sollen sie die Straße komplett absperren.“ Andere versuchen es mit Humor: „Wer kennt sie nicht, die horrende Gefahr vor der rasenden Oma mit dem Gehwägelchen.“ Ein Kommentator resümiert: „Irrenhaus Deutschland“ und schlägt eine eng gestellte Pollerreihe als Alternative vor.

Vor dem Einsatz der Radarfalle sei es durch eine Missachtung des geltenden Durchfahrverbotes immer wieder zu gefährlichen Wendemanövern in der Nähe des Weihnachtsmarktes gekommen, heißt es von Seiten der Stadt Lübeck. Nun gilt: Wer sich trotz des Durchfahrverbotes durch das Burgtor schmuggelt, riskiert eine Strafe. Eine Kontrolle durch Mitarbeitende des Ordnungsamtes ist laut Stadt personell nicht stemmbar - es brauche technische Unterstützung.

Gleichzeitig versichert die Stadt, irrelevante Blitzerbilder von Fußgängern und Radfahrern würden gelöscht. Finanzielle Konsequenzen hätten nur Verstöße durch den motorisierten Verkehr.

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