
Er ist ein Autor mit quasi eingebauter Bestsellergarantie. Dabei schnitt sein jüngster Roman nicht gerade gut in den Kritiken ab. ndr.de wie auch literaturkritik.de bewerten das 2025 erschienene Buch des Schweizer Autors als flach, ihm fehle Tiefe und er sei inkonsistent.
Wir können diese Meinungen zu „Wut und Liebe“nur bedingt bestätigen, doch vor allem der Leserschaft scheint der Roman gut gefallen zu haben. Er stieg direkt auf Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste ein und hielt sich auch danach einige Wochen in den Top 20.
Anders als „Wut und Liebe“ dürfte das neue Werk von Martin Suter kein klassischer Suter sein. Schon allein, weil es kein Roman ist. Oder ist es dennoch ein typischer Suter?
„Können Sie mich sehen?“: Wann kommt das neue Buch von Martin Suter?
Denn stattdessen ist es eine Sammlung verschiedener Geschichten, die alle einen gemeinsamen Nenner haben: Sie widmen sich der Management-Etage. Es sind Business-Class-Geschichten um Machtspiele und Intrigen. Denn die Veränderungen der Welt ziehen langsam, aber sicher auch in den Sphären der Topmanager ein. Ob sie das wollen, oder nicht.
Denn was sie eigentlich brauchen, ist ein Publikum. Das bleibt allerdings mittlerweile lieber zu Hause und arbeitet im Homeoffice. Es entzieht sich der Kontrolle der Manager, wer kann schon wissen, was die daheim treiben?
Und dann kommt auch noch eine ganz fremde Spezies daher: Plötzlich gibt es Frauen in den Manager-Etagen, die doch eigentlich Habitat der Anzugträger ist. Schon zuvor konnte ein einziger Fauxpas den Fall ins Bodenlose bedeuten, und jetzt gibt es auch noch diese politische Korrektheit.
„Können Sie mich sehen?“
von Martin Suter
- erscheint am 25. Februar 2026
- 208 Seiten
- Diogenes
- ISBN: 978-3-257-07382-9
- 26 Euro (Buch und Kindle-E-Book bei Amazon )
Neuerscheinung 2026: Typischer Suter, oder nicht?
Auch wenn Martin Suter also von seinem üblichen Medium, dem Roman, abweicht, spricht einiges dafür, dass er erneut einen klassischen Suter abliefern wird. Nicht nur, weil er sich wohl einmal mehr mit einem vertrauten Thema, Männer in hohen Positionen, auseinandersetzen wird.
Denn es ist nicht das erste Mal, dass Martin Suter eine Sammlung an Geschichten aus seiner „Business Class“-Reihe als Buch herausbringt. Mittlerweile gibt es fast 800 dieser Kolumnen, in denen Suter Manager und Möchtegern-Manager auf die Schippe nimmt. Und diesmal muss sich die Business-Class eben mit den neuen Bedingungen der Zeit auseinandersetzen, in der sie mit modernen Problemen wie Mitarbeitendenzufriedenheit und (Gott bewahre!) Frauen in Führungspositionen fertig werden muss.


