Wiesenttal - Immer mehr Metzgereien der Fränkischen Schweiz müssen schließen. Nach mehr als 100 Jahren bleibt nun auch ein Traditionsbetrieb in Wiesenttal für immer geschlossen. Die Entscheidung fiel dem Metzger nicht leicht.

Immer mehr Betriebe in der ländlichen Region von Franken müssen dicht machen. Die Gründe sind oft zu wenig Nachfrage und Personal oder, dass es niemanden gibt, der das Geschäft übernehmen möchte. Nun muss auch die Metzgerei Wehrfritz in Muggendorf, ein Gemeindeteil von Wiesenttal im Kreis Forchheim, schließen.

Sohn möchte nicht übernehmen

Der 31. Oktober 2025 ist der letzte Arbeitstag von Metzgermeister Peter Wehrfritz. Dann schließt seine Metzgerei in Muggendorf nach 122 Jahren für immer. Seine anderen Filialen in Gößweinstein und Pottenstein musste der Metzger schon lange aufgeben. Der 68-Jährige kann den Laden alters- und krankheitsbedingt nicht mehr führen. Er leidet an einer Augenkrankheit, die behandelt werden muss. Sein Sohn Marc Wehrfritz ist ebenfalls gelernter Metzgermeister und hätte immer gesagt, er unterstütze seinen Vater, aber er wolle die Metzgerei nicht übernehmen. Er arbeitet jetzt in einer Firma für Gewürze.

Immer mehr Geschäfte im Ort schließen

Peter Wehrfritz beobachtet, dass in dem kleinen Dorf immer mehr Geschäfte schließen müssen. „Das ist keine schöne Entwicklung“, sagt er. Der Metzger berichtet von einer Apotheke, einem Zahnarzt und zwei Banken, die in jüngster Vergangenheit ebenfalls dicht machen mussten. Auch die Metzgerei Wehrfritz hatte es gegen Ende nicht leicht. Die Öffnungszeiten mussten verkürzt werden, weil Personal fehlte. „Es ist leider so, dass dieser Beruf ausstirbt“ meint der Metzgermeister.

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<p>Die Metzgerei Wehrfritz in Muggendorf.</p> © Anestis Aslanidis

Der Metzger mochte seinen Beruf immer

Peter Wehrfritz klagt, dass heutzutage immer weniger junge Menschen das Handwerk des Metzgermeisters erlernen wollen und deshalb in vielen Fachgeschäften für Fleisch und Wurstware das Fachpersonal fehle. Viele Jugendliche würden jetzt lieber studieren. Wehrfritz hat 38 Jahre lang in seiner Fleischerei gearbeitet. Er ist seiner Arbeit immer gerne nachgegangen: „Das ist eigentlich ein schöner Beruf, aber viele wissen das nicht.“ Besonders mochte er an seinem Job, dass er so vielseitig sei. Der Metzger berichtet, dass es nicht nur ums Schlachten ginge, sondern man auch viel mit anderen Leuten in Kontakt komme. Er hat gerne mit den Kunden gesprochen oder Essensplatten für den Partyservice vorbereitet.

So geht es weiter

Acht Mitarbeiter haben Peter Wehrfritz in seiner Metzgerei 25 bis 35 Jahre lang begleitet. „Sie sind alle mit mir alt geworden“, sagt der Metzgermeister. Sorgen mache er sich um sein Personal wegen der Schließung aber nicht. Die Kollegen aus der Region hätten schon angefragt, ob sie die Angestellten übernehmen könnten. „Fachpersonal wird immer gesucht“, so Wehrfritz.

Der Metzgermeister selbst möchte den Ruhestand erstmal auf sich zukommen lassen. Sein Sohn Marc Wehrfritz wird den Partyservice zunächst für ein Jahr weiterführen. Für 2026 sind bereits einige Veranstaltungen geplant, bei denen der Sohn vielleicht doch noch ein Mal die Unterstützung seines Vaters gebrauchen könnte.