Nürnberg - Markus Söder, CSU-Vorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, hat mit einer kontroversen Wortwahl mal wieder für Aufsehen gesorgt.

In einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sagte Bayerns Ministerpräsident: „Ohne Auto, Maschinenbau und Chemie ist Deutschland eine Dame ohne Unterleib“. Damit wollte er die zentrale Bedeutung der Industrie für den Wohlstand und die Identität Deutschlands unterstreichen, von anderen Parteien, insbesondere von Grünen und Linken hagelt es nun jedoch Kritik, berichtet unter anderem T-Online.

Die Grünen-Politikerin Franziska Brantner reagierte auf X (früher Twitter) mit einem knappen Statement, das Söder vorwarf, Aufmerksamkeit mit sexistischen Bildern zu suchen. „Ohne Sexismus, Grünen-Hass und Würstchen ist Söder auch nur ein Mann ohne Aufmerksamkeit“, schrieb die Bundesvorsitzende der Grünen laut T-Online.

Auch Evelyn Schötz, Mitglied des Deutschen Bundestages aus dem Wahlkreis Roth äußert Kritik. „Söders Sprüche stinken nach altem Männerbund: Frauenkörper als Metapher, Industrie als Fetisch. Wer so redet, hat weder Respekt vor Frauen noch ein Konzept für die Zukunft“, so die Linken-Politikerin.

Auf X übt zudem die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Nicole Gohlke, Kritik. Sie spricht von einem „gruseligen Frauenbild“. Außerdem scheint ihrer Meinung nach für Söder „eine Frau offenbar nur dann etwas wert zu sein, wenn man sie für die Fortpflanzung benutzen kann“.

Söder löst erneut Debatten aus

Ob Bayerns Ministerpräsident Söder mit seiner bildhaften Sprache die Bedeutung der Industrie lediglich betonen wollte, ist unklar. Was jedoch feststeht ist, dass er mit seiner Äußerung heftige Debatten über Sexismus und Rollenklischees auslöste.