Mallorca - Urlaub auf Mallorca ist längst kein Schnäppchen mehr und wird eher zur Luxusreise. Touristen müssen immer tiefer in die Tasche greifen.

Trotz günstiger Flugangebote und spontaner Last-Minute-Deals steigen die täglichen Ausgaben für Touristen auf der Balearen-Insel Mallorca deutlich an. In einer Statistik der ersten Jahreshälfte ist die psychologisch bedeutsame Marke von 200 Euro geknackt worden, so die Mallorca Zeitung. Die Gründe: höhere Reisekosten und gestiegene Preise vor Ort. Doch wie viel Geld mussten die Urlauber im Schnitt pro Tag ausgeben?

Laut t-online kamen nach einer Erhebung des spanischen Nationalen Statistikamts in den ersten sechs Monaten des Jahres 6,5 Millionen Touristen auf die Balearen. Sie brachten Einnahmen von acht Milliarden Euro. Außerdem zeigen die Daten, dass Urlauber auf den dortigen Inseln im ersten Halbjahr 2025 durchschnittlich 208 Euro pro Tag ausgaben, in der Hochsaison im Juni waren es sogar 218 Euro.

Am tiefsten müssen Urlauber für Hotels und Flüge in die Tasche greifen. Hierbei gehen inzwischen etwa 70 bis 75 Prozent des Budgets drauf, früher waren es nur rund 50 Prozent. Hotels setzen inzwischen zunehmend auf Luxussegmente, Übernachtungen kosten stellenweise 1000 Euro pro Nacht. Zusätzlich wird der typisch deutsche Ballermann-Tourismus konsequent zurückgedrängt.

Auch Restaurants außerhalb und in Hotels verzeichnen einen Preisauftrieb. Im Juli dieses Jahres lagen die Preise im Vergleich zum Vorjahr 5,6 Prozent höher. Und wer sich am Strand gemütlich und bestenfalls im Schatten erholen möchte, zahlt für eine Standardliege laut t-online inzwischen fast 20 Euro pro Tag. VIP Liegen in Cala Major kosten sogar 70 Euro, in Cap Formentor knapp 160 Euro pro Tag und für zwei Personen.

Einheimische spüren den Preisdruck ebenfalls

Nicht nur Urlauber leiden unter den hohen Preisen auf Mallorca, auch Bewohner kämpfen: Grundlegende Lebenshaltungskosten wie Wohnen, Strom, Gas, Wasser sind teils um 6,6 Prozent gegenüber Juli 2024 angestiegen, berichtet t-online. Restaurants, besonders im unteren Preissegment, sehen sich mit leeren Tischen konfrontiert. Viele Betriebe bezeichnen laut mehreren Berichten den Sommer 2025 bereits als Krisensommer: Gäste sparen beim Essen, die Kosten steigen, Umsätze sinken.

Selbst kochen statt ausgehen

Bei den Touristen zeigt sich ein Spartrend: um den hohen Kosten bestmöglich zu entgehen, gehen sie weniger aus und greifen lieber auf Selbstgekochtes oder auf Supermarkt-Snacks zurück. Mallorca hat sich im Laufe der Zeit von einem beliebten, günstigen Ferienziel zu einer Luxus-Destination gewandelt.