
Fieber, Halsschmerzen, Husten: Zahlreiche Urlauberinnen und Urlauber berichten nach ihrer Rückkehr von Mallorca über starke Erkältungsbeschwerden, die wenige Tage nach der Heimreise auftreten. Auffällig ist: Viele der Betroffenen hielten sich in Magaluf auf, einem Ferienort, rund 15 Kilometer von der Inselhauptstadt Palma entfernt. Das Phänomen ist inzwischen so weit verbreitet, dass es in sozialen Netzwerken bereits einen eigenen Namen hat: „Magaluf flu“ oder „Maga flu“ – also die Magalauf-Grippe.
„Die Insel sendet den Touristen eine Botschaft“
„Ich fühle mich irgendwie richtig krank.“ Betroffene berichten, die Symptome gingen über eine gewöhnliche Erkältung hinaus. „Zwei Wochen nach meinem Aufenthalt in Magaluf musste ich schon zweimal in die Notaufnahme“, kommentiert eine Urlauberin unter einem TikTok-Video. Ein anderer Nutzer kommentiert: „Ich fühle mich, als würde ich sterben.“
In den sozialen Medien wird das Phänomen teils mit Galgenhumor kommentiert: „Die Insel sendet den Touristen eine Botschaft“, witzelt eine Nutzerin und spielt damit auf exzessive Partynächte und die negativen Folgen des Massentourismus an. Tatsächlich ist Magaluf besonders bekannt für sein ausschweifendes Nachtleben und gilt als Party-Hotspot. In der Urlaubszeit zieht der Ort vor allem junge britische Touristen an.
Einheimische und Behörden reagieren zunehmend kritisch auf das Verhalten vieler Touristen. Gründe dafür sind Ressourcenknappheit (Wasserverbrauch), Umweltbelastung (Müllprobleme und zerstörte Vegetation) sowie Wohnungsknappheit durch Ferienvermietungen und Lärmbelästigung.
„Schluss mit der Panikmache!“
Nach Informationen der Mallorca Zeitung wurde der Anstieg von Atemwegsinfekten offiziell bislang keinem konkreten Ausbruch zugeordnet. Ein ungewöhnlicher Krankheitsausbruch auf Mallorca sei nicht bekannt. „Magaluf flu“ und „Maga flu“ ist vor allem bei britischen Medien ein Thema und stammt überwiegend aus sozialen Netzwerken.
Die Reaktion der Behörden auf Mallorca fällt verhalten bis kritisch aus. Carles Recasens, Präsident der Ärztekammer der Balearen, sprach sich in der Tageszeitung Ultima Hora deutlich gegen überzogene Reaktionen aus: „Schluss mit der Panikmache!“ Laut Recasens handle es sich lediglich um einfache Erkältungen und die gewöhnliche Sommergrippe.
