
Eigentlich sollte auf dem ehemaligen Gelände des „Schocken“-Kaufhauses künftig das „Schocken-Carré“ entstehen. Vor Jahren hatte das Unternehmen Ten Brinke hierfür das Grundstück erworben. Mittlerweile hat sich jedoch nur ein kleines Biotop gebildet – und das mitten in der Stadt. Neben einem kleinen See aus Regenwasser wachsen auf dem Gelände Sträucher, und auch Bienen, Hummeln sowie Vögel tummeln sich hier.
Ein richtiger Badesee, spotten einige Nürnbergerinnen und Nürnberger. Andere wiederum betonen, dass die aufgebrochene Asphaltwüste und das bisschen Grün wirklich eine nette Abwechslung sind. Könnte der Erholungsort zumindest für kurze Zeit für die Südstadt freigegeben werden? Der Projektentwickler gibt hierzu eine klare Antwort.
Unternehmen enttäuscht Nürnberger Fans des Lago di Aufseß
Eine, wenn auch nur vorübergehende, alternative Nutzung sei aus verschiedenen Gründen nicht möglich, erklärt das Unternehmen Ten Brinke auf Anfrage. Nach deren Wahrnehmung wünschen sich die Anwohnerinnen und Anwohner sowie die Gewerbetreibenden jedoch einstimmig, dass die Baulücke geschlossen und das Carré zeitnah gebaut wird.
Das Schocken-Kaufhaus war über 100 Jahre lang der Mittelpunkt der Nürnberger Südstadt, betont Projektentwickler Ten Brinke. Nachdem das Areal jahrelang leer gestanden hatte, hatte das Unternehmen im September das Grundstück gekauft. Anstelle des Schocken-Kaufhauses soll dort künftig das „Schocken-Carré“ entstehen – ein Wohn- und Einkaufsareal in der Südstadt.
Beschwerden: Mückenplage rund um Lago di Aufseß in der Südstadt Nürnberg
Wegen des stehenden Gewässers haben sich rund um die Baugrube zunehmend Mücken ausgebreitet. Das Unternehmen kenne die Situation, aktuell müsse jedoch geprüft werden, welche Maßnahmen im Rahmen des Möglichen liegen. Ten Brinke arbeitet deshalb gemeinsam mit der Stadt Nürnberg daran, eine Lösung zu finden.
Das Wasser abzupumpen wäre nicht sinnvoll - beziehungsweise würde das Mückenproblem nicht lösen, erklärt das Unternehmen. Der Grund dafür: Selbst nach dem Abpumpen bleibt immer etwas Restwasser zurück, und Mücken benötigen lediglich eine kleine Pfütze, um ihre Eier darin abzulegen. Deshalb plant man in Abstimmung mit Fachleuten, Mückenfallen aufzustellen und das Wasser in der Grube zu lassen. Die Nürnberger Südstadt wird ihren unfreiwilligen See wohl auch in absehbarer Zeit behalten.