Nürnberg - Magie, fremde Welten und eine große Heldenfigur: Fantasy-Bücher üben eine besondere Faszination aus. Wohin geht die nächste große Quest?

Im Fantasy-Genre hat sich in den letzten Jahren viel getan. Was ursprünglich ein Nischengenre für Nerds und Hardcore-Fans war, ist mittlerweile allseits beliebt und breit gefächert. So gibt es inzwischen Sub-Genres wie zum Beispiel Urban-Fantasy, die etwas abweichen vom klassischen Herr-der-Ringe Fantasy.

Diese Sub-Genres sind spannend, machen Spaß zu lesen und haben auf jeden Fall ihre Existenzberechtigung. So vermischt die Buchreihe um den Polizeiermittler und Zauberlehrling Peter Grant, „Die Flüsse von London“, den klassischen Krimi mit Fantasy-Elementen. Auch „Shigidi“ von Wole Talabi ist spannend, denn hier sind die Fantasy-Elemente von afrikanischer Mythologie inspiriert, anstatt wie häufig vom europäischen Mittelalter.

Doch auch das klassische Fantasy-Epos erfreut sich noch immer großer Beliebtheit. Eine auserwählte Figur, die als einzige dazu fähig ist, die Welt vor dem Untergang zu bewahren und sich so auf die große Quest aufmacht. J. R. R. Tolkien hat es vorgemacht, das Konzept wurde viel kopiert. Und zwar erfolgreich kopiert. Die Fantasy-Welten geben die Gelegenheit, dieses Grundkonzept auf unterschiedliche Weisen umzusetzen, sodass es immer wieder ein neuer Lesegenuss ist, epische Fantasy-Abenteuer zu lesen.

Wir haben drei großartige Quests herausgesucht, in die sich Fantasy-Fans stürzen können. Dabei haben wir von den großen Werken wie „Der Herr der Ringe“ oder auch „Das Lied von Eis und Feuer“ abgesehen, die wohl schon bekannt genug sind und keiner weiteren Empfehlung bedürfen.

„Die Legende von Isaak“ von Ken Scholes

Diese Fantasy-Trilogie hat alles, was es für ein episches Abenteuer braucht. Skurrile Charaktere, die aus verschiedenen Kulturen stammen und kooperieren müssen, eine dunkle Macht, deren bösen Plan man überhaupt noch herausfinden muss und nicht zuletzt eine epische, eigene Fantasy-Welt mit ganz eigenen Naturgesetzen, in der es Magie gibt, seltsame Religionen und ungewöhnliche Wesen.

Während es in den meisten Epen darum geht, die große Katastrophe abzuwenden, steht im ersten Band der Reihe, „Sündenfall“, das Unglück am Anfang der Geschichte. Windwirr, die große Hauptstadt und Sitz des Androfranzinerordens, ist zerstört. Eine Unzahl an Mönchen war die letzten Jahrhunderte damit beschäftigt, altes Wissen zu sammeln - das jetzt wieder völlig verloren ist. Denn die Stadt wurde nicht etwa von Feinden überrannt oder war Opfer eines großen Feuers, sie liegt voll und ganz in Schutt und Asche. Die riesige Rauchsäule kündet die Katastrophe schon in weiter Entfernung an. Im Zentrum sitzt der einzige Überlebende von Windwirr: ein sprechender Metallmann, der Mechoservitor Nummer drei, später bekannt als Isaak.

„Sündenfall“

von Ken Scholes

  • übersetzt von Simone Heller
  • 539 Seiten
  • Blanvalet
  • ISBN: 978-3442266722
  • 15 Euro (Buch bei Amazon )

„Die Reiche von Arawiya“ von Hafzah Faizal

Die meisten Fantasy-Bücher vermischen gerne verschiedene Kulturen und Epochen miteinander, die Grundlage bildet aber häufig das europäische Mittelalter. Doch unsere Welt hat noch mehr Mythologien und Geschichten zu bieten, und so ist es immer spannend, wenn ein anderer Kulturkreis die Grundlage einer Fantasy-Welt bildet. So geschehen in Hafzah Faizals Dilogie, deren Kulisse aus der arabischen Welt inspiriert ist.

Noch dazu ist der BookTok-Hit eine Slow Burn Romantasy mit einer Enemies-to-Lovers Geschichte. Im erste Teil, „We Hunt the Flame“ lernen wir unsere auserwählte Protagonistin Zafira kennen. Sie lebt im Kalifat Demenhur, das, seit die Magie aus Arawiya verschwunden ist, zu einer Schneelandschaft geworden ist. Für die Versorgung sind die Menschen von den benachbarten Kalifaten abhängig. Diese schicken zwar Lebensmittel, doch davon kommt in den ärmeren Dörfern des westlichen Demenhurs wenig an. Die Menschen müssten hungern, würden sie nicht zusätzlich von einem geheimnisvollen Jäger versorgt werden.

Niemand darf wissen, dass Zafira dieser maskierte Jäger ist. Doch sie ist die einzige, die im Arz, einem verfluchten Wald, jagen kann, ohne in Wahnsinn zu verfallen.

Von einer geheimnisvollen Hexe bekommt Zafira den Auftrag, die Magie nach Arawiya zurückzubringen. Dafür muss sie ein Artefakt von einer gefährlichen Insel besorgen. Doch auf ihrer Reise muss sie sich mit Nasir zusammentun, dem Sohn des Sultans, Prinz des Todes und erklärter Feind des „Arzjägers“ Zafira. Wie weit kann Zafira dem Prinzen trauen?

„We hunt the Flame. Die Reiche von Arawiya 1“

von Hafsah Faizal

  • übersetzt von Bastian Ludwig
  • 544 Seiten
  • Knaur HC
  • ISBN: 978-3-426-44956-1
  • 25 Euro (Buch und Kindle-Book bei Amazon)

„Der 13. Paladin“ von Torsten Weitze

Viele Reihen kommen als Trilogie, manche auch nur mit zwei Bänden als Dilogie aus. Für alle, die auch gerne eine etwas längere Fantasy-Reihe anfangen möchten, ist der „13. Paladin“ das richtige Epos. Ganze 13 Bände umfasst die Reihe.

Im Zentrum steht der Junge Ahren, der im ersten Band („Ahren“) zum Waldläufer ausgebildet wird. Darüber ist er überglücklich, denn es bedeutet, dass er nicht nur dem Frondienst als ungelernter Arbeiter entkommt, sondern auch seinem trunksüchtigen Vater. Doch sein Lehrmeister ist nicht nur Waldläufer. Was niemand im Dorf weiß: Falk ist nicht nur ein Waldläufer, sondern auch ein Paladin.

Unerwartet erwacht etwas Böses in Jorath, der Fantasy-Welt, die Schauplatz der Geschichte ist. Und es wird deutlich, dass Ahren sein Heimatdorf verlassen muss, denn niemand anderes als er soll zum nächsten Paladin werden und die Welt vor dem Untergang bewahren.

Der 13. Paladin Band 1: Ahren

von Torsten Weitze

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