ERLANGEN - Am Donnerstag, 12. Mai, erhält Prof. Dr. Peter Hommelhoff, Physiker an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), den wichtigsten deutschen Forschungspreis, den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis, der auch als deutscher Nobelpreis bezeichnet wird.

Der Preis ist mit 2,5 Millionen Euro – und damit deutlich höher als der Nobelpreis – dotiert, das Geld kann der Laserphysiker bis zu sieben Jahre lang nach seinen eigenen Vorstellungen und ohne bürokratischen Aufwand für seine Forschungsarbeit verwenden.

"Diesen Preis zu erhalten, fühlt sich fantastisch an, denn er ist nicht nur mit viel Ehre verbunden, sondern gibt enorme wissenschaftliche Freiheit“, sagt Peter Hommelhoff, der seit 2012 den Lehrstuhl für Laserphysik an der FAU leitet. „Der Leibniz-Preis ist sicher die Krönung meiner bisherigen Karriere – und würdigt überdies auch all das, was alle meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier am Lehrstuhl geleistet haben.“

2,5 Millionen Euro Preisgeld

Hommelhoff vor der Preis-Verleihung in Bonn weiter: „Die 2,5 Millionen Euro Preisgeld sind wahnsinnig wertvoll für uns, weil wir damit Dinge tun können, die wir sonst wohl nicht tun würden. Gerade in der Grundlagenforschung ist es manchmal schwer, Gelder einzuwerben, weil wir oft nicht vorhersagen können, was wir herausfinden werden. Vielleicht machen wir etwas ganz Neues damit.“

Professor Hommelhoff arbeitet auf dem Gebiet der sogenannten Licht-Materie-Wechselwirkungen. In seiner Forschung geht es darum, Elektronen mit Hilfe von sehr kurzen Laserimpulsen zu kontrollieren und zu lenken. Obwohl der FAU-Wissenschaftler in der physikalischen Grundlagenforschung tätig ist, hat Hommelhoff auch die praktische Anwendung seiner Entdeckungen fest im Blick: „Wir arbeiten in einem groß angelegten Projekt an einem Mini-Teilchenbeschleuniger, der zum Beispiel revolutionäre Bestrahlungsquellen ermöglichen kann, mit denen Tumore sehr gezielt behandelt werden könnten.“

Superschnelle Elektronik

Ein weiteres Forschungsgebiet Hommelhoffs ist superschnelle lichtfeldbasierte Elektronik, die mindestens zehntausendmal schneller arbeitet als heutige Elektronik und mit denen sich daher die Rechenzeit von Computern signifikant beschleunigen lässt. Außerdem tragen die Ergebnisse von Hommelhoffs wissenschaftlicher Arbeit dazu bei, Elektronenmikroskope so zu verbessern, dass sie der Forschung einen noch klareren Blick in Moleküle erlauben.

Die Verleihung der Leibniz-Preise findet am 12. Mai vor geladenen Gästen in Bonn statt. Die Veranstaltung wird per Livestream auf den digitalen Kanälen der DFG zu sehen sein.