NÜRNBERG - Bei der Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll sind nun auch wieder Lagerstätten in Granitstein wie im Fichtelgebirge im Rennen.

Der von der Union, der SPD und den Grünen im Bundestag eingebrachte Gesetzentwurf sieht Deutschland ausdrücklich als "weiße Landkarte". Damit kommen alle Gebiete, in denen der Untergrund aus Salz, Ton oder kristallinem Gestein wie Granit besteht, infrage.

Lange waren Granitvorkommen als ungeeignet für Endlager erklärt worden, weil sie als zerklüftet, rissig und wasserdurchlässig gelten. "Die Gesteine in Bayern sind nicht für ein Endlager geeignet", betonte etwa Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU). Bereits 2009 hatte auch der damalige Umweltminister Markus Söder (CSU) ein Endlager in bayerischem Granit ausgeschlossen.

Doch nun kommt auch Bayern wieder für ein Endlager infrage. Im Freistaat sind vor allem die Granitvorkommen um Saldenburg in Niederbayern, der nördliche Oberpfälzer Wald und das Fichtelgebirge im Gespräch.

"Da werden wir nicht tatenlos zusehen", sagt Georg Ritter, Bürgermeister der Gemeinde Fichtelberg. Schon in den nächsten Tagen werde er mit seinen Bürgermeisterkollegen das Thema besprechen. "Ein Endlager wäre die Höchststrafe für das Fichtelgebirge", meint Warmensteinachs Bürgermeister Axel Herrmann. Allein schon die Diskussion schade den Gemeinden, für die der Tourismus oft ein Hauptstandbein sei.

"Es wird ein Hauen und Stechen zwischen den Standorten geben", ist Brigitte Artmann überzeugt. Die Grünen-Kreisvorsitzende im Fichtelgebirge war bei den Workshops der Endlager-Kommission in Berlin dabei. Die Kommission empfiehlt, einen Standortbeschluss frühestens 2058 zu fällen. Im Gesetzentwurf wird aber das Jahr 2031 angepeilt. "Das ist zeitlich viel zu knapp. Das endet dann wieder wie bei der Asse", befürchtet Artmann. Im dortigen Salzbergwerk war Grundwasser eingedrungen.