
Es ist seit mehreren Jahrzehnten ein Thema, das bei zahlreichen Anhängerinnen und Anhänger der – passend zum Thema - SpVgg Greuther Fürth für heiße Diskussionen sorgt. Rückblick: Im Jahre 1996 schloss sich einst die Fußballabteilung des TSV Vestenbergsgreuth der Spielvereinigung Fürth an.
Für die zur damaligen Zeit finanziell mehr als angeschlagenen Spielvereinigung vielleicht der letzte Ausweg, wieder auf die Beine zu kommen und den kompletten wirtschaftlichen Kollaps zu verhindern. Seitdem trägt Fürth auch das „Greuther“ mit im Vereinsnamen. Während die eine Seite seitdem dankbar über die damalige Hilfe ist, will die andere Seite seit Jahren den Namen wieder aus dem Vereinslogo entfernt haben. Quasi bei jedem Heimspiel am Ronhof wird das mittlerweile schon legendäre Banner „Zurück zur Spielvereinigung Fürth“ hinter dem Tor aufgerollt.
Hammer beim Kleeblatt aus Fürth: Aus SpVgg Greuther Fürth wird SpVgg Fürth
Nach Jahrzehnten ist hier nun an diesem Sonntagnachmittag (08. November 2026) Bewegung in die Sache gekommen. Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung beim Kleeblatt wurde dieser Antrag der Namensänderung nun nämlich zur Abstimmung freigegeben.
Initiative setzt sich durch. Die Änderung in Vereinsnamen und Logo ist offiziell bestätigt. Möglich ist das, weil sich mehr als 75 Prozent der Mitglieder gegen „Greuther“ und damit für eine Namensänderung ab der Saison 2027/28 entschieden haben. Damit gilt das Kleeblatt-Rundlogo dann künftig wieder einheitlich für den gesamten Verein. Das bisherige Wappen – inklusive rot-schwarzem Holzschuh des TSV Vestenbergsgreuth – wird damit abgelöst. Exakt 88,3 Prozent stimmten demnach für eine Änderung, dem Ganzen standen 229 Gegenstimmen gegenüber, teilten die Verantwortlichen mit. Als die Worte verlesen wurden, entbrannte lauter Jubel im Fürther Stadion.
Warum sollte der jahrzehntelange Zoff nun aber ausgerechnet an diesem Sonntagnachmittag beiseitegelegt werden? Deshalb: Jahrelang sammelte die eben erwähnte Kampagne „Zurück zur SpVgg Fürth“ rund 200.000 Euro ein. Mit dem Geld sollen der Wandel und auch schlichtweg die Kosten für mögliche neue Vereinssymbole, die dann entworfen werden, getragen werden.
Weiterer Kritikpunkt der Befürworter: Seit Jahren stagnieren die Mitgliederzahlen beim Verein, mit der Rückbesinnung wolle man Anreize für eine neue Identifikation schaffen. Ehrenpräsident Helmut Hack, der den Beitritt einst 1996 selbst verhandelt hatte, bat im Vorfeld gleich mehrfach darum, sein Lebenswerk zu bewahren. Diesen Monolog wiederholte er auch während der Jahreshauptversammlung. Immer wieder wurde er hier jedoch durch Zwischenrufe unterbrochen, was er direkt auch deutlich kritisierte. Hack erklärte, so Reporter von vor Ort, dass ihm dieses Verhalten missfalle.
Unmittelbar bevor das Ergebnis verkündet wurde, baten die Verantwortlichen darum, dass die geplante Jahreshauptversammlung unabhängig vom Ausgang des Votings anstandsvoll bis zum Ende über die Bühne gebracht werden solle.