
Sich verkleiden, ein gruseliges Make-Up Schminken und dann noch mit den Eltern oder Freunden um die Häuser ziehen - für viele Kinder ist Halloween eines der Highlights im Herbst. Und im besten Falle endet der Abend mit einem vollen Beutel Süßigkeiten, doch das kann schnell unschön werden. Die Funde gefährlich manipulierter Halloween-Süßigkeiten häufen sich: Mittlerweile sind Fälle in fünf bayerischen Regierungsbezirken bekannt: Niederbayern, Oberbayern, Mittel- und Unterfranken sowie die Oberpfalz.
Am Montag entdeckte eine Mutter in Regensburg mehrere Zentimeter lange Nähnadeln in Schokoriegeln, die ihr Sohn eingesammelt hatte. Der Junge und seine Freunde waren am Freitagabend im Dörnberg-Viertel unterwegs. Die Polizeiinspektion Regensburg-Süd sucht nach dem Täter. In Schwarzenbach im Landkreis Neustadt an der Waldnaab fand ein zehnjähriges Mädchen eine etwa vier Zentimeter lange Nadel in einem Schokoriegel. Das Kind blieb unverletzt.
Mehrere gefährliche Funde in Süßigkeiten auch in Unterfranken
Nach Halloween wurde zunächst in Obernburg am Main (Landkreis Miltenberg) eine manipulierte Süßigkeit entdeckt. Inzwischen liegen der Polizei drei weitere Fälle vor:
Ebern: Eine Gruppe mehrerer Kinder sammelte am Samstagabend im Bereich Schönhengststraße Süßigkeiten. Beim Ausleeren der Naschtüten fand sich ein originalverpackter „Snickers Mini“, aus dem eine goldfarbene Nadel etwa zwei Zentimeter herausragte. Die Polizei stellte den Riegel sicher. Wo er ausgegeben wurde, ist unklar.
Goldbach: Eine Familie sammelte am Samstagabend im Bereich Kugelberg Süßigkeiten. Bei der späteren Kontrolle steckte in einem Fruchtgummi ein scharfkantiger Metallspan. Er war so platziert, dass er beim Verzehr hätte mitgegessen werden können. Ein bestimmtes Haus lässt sich nicht eingrenzen.
Eibelstadt: Ein Kind entdeckte am Montag eine etwa fünf Zentimeter lange Nähnadel in einem Schokoriegel, der an Halloween eingesammelt worden war. An der Verpackung war ein Einstichloch erkennbar. Auch hier ist unklar, an welchem Haus der Riegel ausgegeben wurde. Die Polizei stellte ihn sicher.
Schrauben, Nägel und Metall in Süßigkeiten: Bislang keine Verletzten
Die Täter verstecken nicht nur Nadeln. In Landshut und Adlkofen im Landkreis Landshut waren Süßigkeiten mit Schrauben präpariert. In Vilshofen an der Donau im Landkreis Passau entdeckten Eltern einen Nagel in einer Knusperwaffel. Auch im niederbayerischen Pilsting (Landkreis Dingolfing-Landau) befanden sich eine Nadel in einer Süßigkeit und ein drahtähnlicher Gegenstand.
Auch in Nürnberg und anderen Orten
Auch in Nürnberg sowie in Neuburg an der Donau fanden Kinder beim Auspacken von Schokoriegeln Nadeln. In Gräfelfing im Landkreis München biss ein Neunjähriger in ein mit einer Nadel präpariertes Kaubonbon, blieb aber unverletzt. Fälle mit manipulierten Halloween-Süßigkeiten wurden in allen Bundesländern außer dem Saarland gemeldet. Auch in verschiedenen Bundesländern Österreichs gab es Funde, sowie in Ungarn. Das Bundeskriminalamt in Wien hat eine Ermittlungsgruppe gegründet, die eng in Verbindung mit Europol und internationalen wie auch deutschen Behörden steht. Dass die Täterinnen oder Täter international vernetzt gewesen sein könnten, kann laut dem österreichischen BKA nicht ausgeschlossen werden.
Polizei warnt Eltern auch über Social Media
Die Polizei bittet Eltern, die Süßigkeiten ihrer Kinder vor dem Verzehr sorgfältig zu kontrollieren. Auffällige oder beschädigte Verpackungen und Süßigkeiten mit verdächtigen Gegenständen sollten nicht gegessen oder entsorgt werden. Stattdessen sollten sie der Polizei übergeben werden. Hinweise auf die bislang unbekannten Verantwortlichen nimmt die örtliche Polizeidienststelle entgegen. Das Polizeipräsidium Unterfranken warnt zusätzlich über seine Social-Media-Kanäle.
Dieser Artikel wurde am 3. November 2026 nach Bekanntwerden der neuen Fälle aus Unterfranken aktualisiert.
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