
K-Pop begeistert längst nicht mehr nur Großstädte: Am 24. Oktober hat in der Fürther Innenstadt der Aegyo K-Pop Store seine Türen geöffnet. Der neue Laden liegt in der Königstraße 79, nahe dem Fürther Rathaus – mitten im Herzen der Altstadt. Hinter dem Projekt steht eine Familie aus der Fanszene, die mit ihrem Konzept bereits anderswo erfolgreich ist – und die ihren Weg nach Fürth über einen städtischen Ideenwettbewerb gefunden hat. Der neue Laden ist der erste seiner Art in Franken.
Der Store ist einer von drei Siegern des ersten Fürther „Citymacher“-Wettbewerbs, den die Stadt ins Leben gerufen hatte, um frische Konzepte für die Innenstadt zu finden. Die Resonanz übertraf alle Erwartungen: Insgesamt gingen 113 Einreichungen ein, 74 davon als ausgearbeitete Konzepte. „Die Beteiligung war überragend“, sagte Wirtschaftsreferent Horst Müller bei der Bekanntgabe der Gewinner im Juli. Neben Aegyo überzeugten die Jury auch das Fisch-Streetfood-Konzept Fishismuss, das es bereits in Nürnberg gibt, und die lokale Schuhmarke Zeebraham – alle drei Sieger stehen gleichberechtigt nebeneinander, eine Rangfolge gibt es nicht.
Der Name „Aegyo“ stammt aus dem Koreanischen und bedeutet sinngemäß „niedlich“ oder „süß“. Das Familienunternehmen ist in der K-Pop-Szene kein Unbekannter: Bereits seit Januar 2024 betreibt es einen kleinen Laden in Wettstetten bei Ingolstadt sowie einen gut laufenden Onlineshop. Auf Fürth wurde die Familie durch eine Fürtherin aufmerksam, die an einem ihrer Verkaufsstände vorbeikam – inzwischen zählt die Stadt bereits zahlreiche Kunden aus der ganzen Region.
Im Sortiment des neuen Ladens finden Fans alles, was das K-Pop-Herz begehrt: Alben, Fanartikel, Lightsticks, Fotokarten und K-Beauty-Produkte direkt aus Korea. Doch der Store soll mehr sein als reine Verkaufsfläche. Geplant sind auch Veranstaltungen, Feste und Bastelangebote, die die koreanische Popkultur für die Fürther Innenstadt erlebbar machen sollen - darunter sollen Release-Partys zu neuen Alben oder eine Weihnachtsfeier stattfinden.
Möglich wurde die Ansiedlung durch die Unterstützung der Stadt im Rahmen des „Citymacher“-Programms. Zu den Hilfen zählen unter anderem mietfreie Flächen, kompetente Fachbegleitung von der Planung bis zur Eröffnung sowie Beratung zu Gründung, Finanzierung und Bankfragen, ein Stromkostenzuschuss und ein kostenloses Website- und Onlineshop-Paket. Laut Fürths Wirtschaftsreferent Horst Müller soll der Wettbewerb kein einmaliges Projekt bleiben: Die Stadt will auch weitere vielversprechende Konzepte aus den eingereichten Ideen begleiten – nicht zwingend nur in der Innenstadt.
Mit der Eröffnung des Aegyo K-Pop Store reiht sich Fürth nun in eine wachsende Zahl deutscher Städte ein, die auf die ungebrochene Begeisterung für koreanische Popkultur setzen – ein Trend, der längst nicht mehr nur in Metropolen Fans findet.