Nürnberg - Seit kurzem ist bekannt: Joti Chatzialexiou wird den FCN im Februar nach knapp zweieinhalb Jahren verlassen. Aufsichtsrats-Chef Peter Meier gibt nun Einblicke in die Suche nach einem Nachfolger.

Mitte Oktober flammten die Gerüchte um ein mögliches Eintracht-Interesse am Nürnberger Sportvorstand auf. Da beteuerte Chatzialexiou gegenüber der Bild noch, es gebe mit Frankfurt „keinerlei Vereinbarungen und keinen Kontakt. Es ist daher kein Thema, mit dem ich mich derzeit befasse“. Doch die Abschieds-Gerüchte hielten sich - und tatsächlich: Nur eine Woche später sah die Situation plötzlich ganz anders aus. Der gebürtige Frankfurter legte eine Kehrtwende um 180 Grad hin. Es hatte in der Zwischenzeit nicht nur Kontakt, sondern sogar eine Einigung zwischen dem 50-Jährigen und seinem Herzensverein stattgefunden.

Am 31. Oktober vermeldete der 1. FC Nürnberg ganz offiziell auf allen Kanälen: „Vorstand Sport Joti Chatzialexiou wird auf eigenen Wunsch eine neue Herausforderung antreten: Der gebürtige Hesse wechselt voraussichtlich zum 1. Februar 2027 zu seinem Heimatverein Eintracht Frankfurt.“ Dort unterschrieb er einen Vertrag bis 2030. In seinem bis 2028 laufenden Kontrakt beim FCN besaß er offenbar eine Ausstiegsklausel für den Wechsel, die unter einer Million Euro liegen soll. Diese hatte sich der Funktionär laut Frankfurter Rundschau bei seiner Vertragsverlängerung in Nürnberg Anfang August festschreiben lassen.

Scheidender Sportvorstand „ein bisschen überrollt“

„Es war eine emotionale Entscheidung die ich treffen musste. Keine Entscheidung gegen den Club, sondern für meine Familie, für meinen Heimatverein“, erklärte Chatzialexiou klar, aber sichtlich berührt, ins Sky-Mikrofon vor dem Spiel gegen den FC St. Pauli. Er sprach von einem sehr kurzen Zeitfenster „mit einer Riesen-Dynamik, wo man vielleicht auch ein bisschen überrollt wird eine Entscheidung zu treffen.“ Wichtig sei ihm, den Verein nicht in einer wichtigen Phase allein zu lassen. „Die Legende wird auch ohne mich weiterleben. Wir werden alles dafür tun, erfolgreich zu sein, dafür werde ich mein letztes Hemd geben.“

Club-Coach Miroslav Klose drückte in der PK vor dem Duell mit den Kiezkickern sein Bedauern über den Wechsel aus: „Wir waren sehr eng in vielen Themen. Und natürlich war er ein enger Vertrauter. Aber das ist völlig normal in dem Geschäft, dass Wechsel stattfinden.“ Aufsichtsratsvorsitzender Peter Meier sprach angesichts des Interesses aus der Bundesliga als Zeichen „von Wertschätzung der Arbeit, die beim FCN geleistet wird“ - und der Suche nach einem geeigneten Nachfolger, die bereits auf Hochtouren läuft. „Ich kann verstehen, dass nicht jeder mit der Entscheidung von Joti glücklich sein wird. Schlussendlich geht es jedoch nicht um Einzelpersonen, sondern um den 1. FC Nürnberg.“

FCN-Aufsichtsrat: „Sind vorbereitet“

Der Verein habe umgehend interne Prozesse in Gang gesetzt - auch ohne final zu wissen, ob Frankfurt ein konkretes Angebot unterbreiten wird. „Als Aufsichtsrat ist es unsere Pflicht, auf solche Situationen vorbereitet zu sein. Und genau das sind wir.“ Dafür gebe es Listen mit möglichen Kandidaten für verschiedene Positionen. „Wir befinden uns in guten Gesprächen und sind zuversichtlich, dass wir in den kommenden Tagen jemanden vorstellen können“, erklärt Meier. Wichtig sei aber, sich jetzt nicht treiben zu lassen und allen Beteiligten die nötige Zeit einzuräumen.

Der Nachfolger soll gemeinsam mit dem scheidenden Sportvorstand den Übergang gestalten und anschließend den eingeschlagenen Weg fortführen. Neben externen Kandidaten wird auch eine interne Lösung in Erwägung gezogen: Nachwuchschef Dieter Frey gilt als wahrscheinlichster Kandidat. Der 53-Jährige arbeitet seit 2014 in verschiedenen Positionen für den „Ruhmreichen“.

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