
Am Sonntagmorgen, 1. November, starb Ciara Mageean - die Läuferin aus Portaferry in der nordirischen Grafschaft Down wurde nur 34 Jahre alt. In einem Statement in den sozialen Medien schrieb ihre Familie, sie sei „im Kreise ihrer Liebsten“ ihrem Krebsleiden erlegen. „Eine geliebte Tochter, Schwester, Ehefrau, Freundin und Inspiration für so viele“, heißt es dort weiter. Erst im Oktober hatte sie ihren langjährigen Partner Thomas Moran geheiratet, laut BBC in einer kleinen standesamtlichen Zeremonie in Belfast. Zwischen Hochzeit und Tod lagen nach Angaben des Senders nur drei Wochen.
Bei Mageean war im Mai 2025 Darmkrebs im vierten Stadium festgestellt worden, wie die BBC berichtet. Öffentlich machte sie die Diagnose laut People im Juli 2025 auf Instagram. Im Juni dieses Jahres sagte sie der BBC, sie sei dankbar für eine Karriere, „die viele andere nicht haben durften“ und wolle weiterhin „die Freude im Alltag finden“.
Ihren ersten großen Titel feierte sie bei der Europameisterschaft 2024 in Rom: Im 1500-Meter-Finale befand sich Mageean zunächst hinter den beiden Britinnen Georgia Bell und Jemma Reekie, fand dann aber eine Lücke und gewann in 4:04,66 Minuten. Laut Guardian war sie damit die erste irische Einzel-Europameisterin seit der Ausnahmeläuferin Sonia O‘Sullivan.
Dem Triumph waren viele knappe Niederlagen vorausgegangen: Silber bei der EM 2022 und bei den Commonwealth Games in Birmingham (jeweils über 1.500 Meter, jeweils hinter der Britin Laura Muir), Rang vier bei der WM 2023 in Budapest. Bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 und Tokio 2021 schied sie jeweils vorzeitig aus. Paris 2024 musste sie wegen einer Achillessehnenverletzung absagen.
Mageean hielt die irischen Rekorde über 800 Meter (1:58,51 Minuten), 1.000 Meter (2:31,06), 1.500 Meter (3:55,87) und die Meile (4:14,58), wie der irische Sender RTÉ berichtet. Die Marken über 1.000 und 1.500 Meter sowie die Meile hatte zuvor O‘Sullivan gehalten.
„Wärme, Mut und enorme Charakterstärke“
Aus Politik und Sport kamen am Sonntag viele Beileidsbekundungen. Athletics Ireland, der irische Leichtathletikverband, erklärte: „Wir sind untröstlich.“ Mageean werde „für ihren Mut, ihre Freundlichkeit und ihren unglaublichen Geist“ in Erinnerung bleiben. Nordirlands Regierungschefin Michelle O‘Neill würdigte laut Guardian die „Wärme, den Mut und die enorme Charakterstärke“ der Läuferin. Besonders hart treffe der Verlust Mageeans Heimatort Portaferry, wo sie einst Camogie spielte, eine irische Hockey-Variante für Frauen. „Ciara war eine von uns“, sagte O‘Neill.